Der Brut Reserve ist so etwas wie die schäumende Visitenkarte von Schloss Gobelsburg. Die Trauben kommen aus verschiedenen, eher kühlen und höher gelegenen Weinbergen rund um Gobelsburg und Langenlois. Grüner Veltliner und Riesling bringen ganz klar Kamptal-DNA mit, Pinot Noir zusätzliche Struktur, dazu sorgen Chardonnay, Weißburgunder und Welschriesling für Frische und Spannung. Unterschiedliche Böden, unterschiedliche Expositionen, aber am Ende alles ziemlich klar auf Herkunft und Balance gebaut. Die Grundweine bekommen zunächst sechs Monate Zeit im Fass, danach folgt die traditionelle Flaschengärung mit langem Hefelager zwischen 24 und 36 Monaten. Die Nase ist sofort sehr balanciert. Reifer gelber Apfel, Birne und weißer Pfirsich, dazu etwas Mango, Zitronenzeste und feine Kräuterwürze. Auch ein bisschen nasser Stein, ein Hauch geröstetes Brot und etwas Biskuit. Die Hefigkeit bleibt fein im Hintergrund und gibt eher Tiefe als Show. Auch am Gaumen zeigt sich der Brut Reserve mit genialer Balance: Saftiges Kernobst und gelbe Frucht treffen auf eine reife, zupackende Säure, die Perlage ist fein und cremig eingebunden. Dazu Grapefruit, Wiesenblüten, etwas Pfeffer und immer mehr salzige Mineralität. Gerade diese Mischung aus Veltliner-Würze, Riesling-Frische und kühler Kamptaler Straffheit macht ihn so stark. Hinten raus wird er trockener, zitroniger und deutlich steiniger. Ein richtig kompletter Sekt mit Frucht, Würze und Schmelz, aber eben auch ordentlich Spannung. Kein neutraler Schäumer, sondern ganz klar Gobelsburg und ganz klar Kamptal.