Das Kabinett ist bei Kai Schätzel ja eigentlich ein Lebensgefühl, hier hängt ganz viel Herzblut für ihn dran. Entsprechend nimmt er für dieses Pettenthal auch nur die allerbesten Trauben, wie früh gelesenes GG-Material. Der Wein stammt aus dem nordöstlich ausgerichteten Schulterstück im Pettenthal, das ist der kühlste Part dieses warmen Weinberges. Teilweise wurzelechte Reben, auch Selection Massale aus dem Scharzhofberg, Einzelpfahl. Alles auf die Spitze getrieben. Eine Demeter-Zertifizierung ist im Kabinett-Bereich durchaus selten, auch, weil es an der Mosel kaum Demeter-Betriebe gibt. Frühe Lese, dann mit den Füßen eingemaischt, zwei - drei Tage Standzeit, dann abpressen. Spontane Vergärung und Ausbau im Edelstahl, die Kabinette liegen in kleinen Gebinden im neuen Keller gegenüber des alten Teils. Die Nase ist nicht mehr so stramm reduktiv wie früher, sondern etwas offener und umarmender. Kai ist etwas feiner geworden in seinem Stil, nicht mehr ganz so extrem wie in seinen Anfängen. Etwas angekommener in seiner Art. In diesen Wein geht schon extrem hochwertiges Material aus Nierstein ein. Es gibt in 2025 ganze fünf Kabinette, das ist die Basis und dann vier Einzellagen. Schlanke 7% vol. im Alkohol und etwas über 40 g/l Säure, das gilt für alle Kabinett dieses Jahr. Das Pettenthal ist geographisch die Mitte des Hippings und Rothenbergs und so ist es auch im Wein. Er hat die tiefe Würze des Rothenberg und die Eleganz des Hippings – und liegt am Ende irgendwo dazwischen. Der 2025er ist offenherzig, nur zart reduktiv, nur ein Hauch Schießpulver.