Nach fünf Jahren Wartezeit gibt es endlich wieder ein Hipping Kabinett! Dieser Wein war die letzten Jahre im Kabinett Niersteiner aus Ersten Lagen aufgegangen, aber Kai Schätzel hat sich mit 2023 entschieden, den Schritt zurück zum Lagen-Kabinett zu gehen. Die absolut richtige Entscheidung meiner Meinung nach. Hipping ist bei Schätzel ohnehin diese mineralgetragene Stein-Lage, die wenig Frucht zeigt. Und dann feiert er den Wiedereinstieg in diesen Wein mit SO einem Paukenschlag. Die Nase ist back to the future mit einer hochfeinen Reduktion, diesem kleinen Stinker, der das Schätzel-Kabinett so apart und besonders gemacht hat, zu einer Zeit, als sich das nur wenige getraut hätten. Darunter saftig-dichte Grapefruitnoten, ein Touch Zitronengras, grüner Tee und viel flintiges Gestein. Im Mund dann aber die große Verblüffung, denn hier bewegen wir uns etwas weg von der extrem schlanken Silhouette früher Schätzel-Jahre zu einem Touch mehr Fülle und Konzentration, zu einem schicken Schub, der dem Wein viel Energie verleiht und eben nicht nur auf Säure läuft. Der vollreife Blockbuster-Jahrgang 2023 tut sein übriges, dass dieses Hipping Kabinett zu den aufregendsten und besten Rheinhessen des Jahres zählt. Ich liebe diese reduktive Spannung in Tateinheit mit der kühlen, salzigen Saftigkeit. Was für ein Wieder-Einstand! Das Schätzel-Kabinett ist wieder da – und vielleicht besser als je zuvor.