Insgesamt war es ein warmer Sommer an der Nahe und die Trauben waren hochreif am Ende, aber es gab phasenweise sehr kühle Nächte. Das Jahr hat nicht voll durchgepowert, was dann eben bei Fröhlich um Bockenau schon zu mehr Kühle in den Weinen geführt hat als in südlicheren Gefilden. Laut Tim Fröhlich sahen die goldgelben Trauben so schön aus wie 2011, auch fast alles wurde relativ zeitgleich reif von den Gutsweinen bis zu den GGs, da musste man verdammt schnell sein. Nicht zu viel entblättert, damit in der Hitzewelle im August starke Beschattung vorhanden war, dadurch hat man diese feine Spannung behalten. Komplett Handlese, alle Weine. Aber eben Vollgas. Die Lese begann am 15. September bis Ende September. Perfektes Lesegut, sehr hohe Reife bei relativ hoher Säure – das ist schon genial. In den Weißburgunder S gehen nur selektionierte Trauben ein. Das sind alte Rebanlangen von 40 bis 50 Jahren in sehr guten Parzellen, von Tim Fröhlichs Großvater gepflanzt. Hier hängt Tim Fröhlich schon viel Herzblut rein. Ausbau in hochwertigen französischen Tonneaux von 500 Liter und ein kleinerer Teil Edelstahl. Der Weißburgunder zeigt die selbe verblüffende Mineralität und Kühle wie die Rieslinge von Tim Fröhlich. Er ist der Meister, der diesen knackig-frischen Mineralstil mit quasi jeder Rebsorte hinbekommt, selbst mit Müller und Gewürztraminer. Sein Geheimnis sind karge Lagen, fast alles steht in Riesling-Lagen, dadurch wird es immer schlanker und feiner. Roter Schiefer mit intensiver Mineralik, Grapefruit, Nektarine, Orangenblüte, Brioche und Tonkabohne. Feine Holzunterlegung, die sich nahtlos in die hellgelbe Frucht einpasst, spürbar, aber sehr gut verwoben. Es ist nicht zu röstig, aber es gibt stützenden Schmelz zur sehr trockenen Fröhlich-Art. Während die Nase im typisch steinigen Fröhlich-Stil gehalten ist, zeigt der Mund angenehmen Schmelz und saftige Cremigkeit zum kühlen Grip.