Insgesamt war es ein warmer Sommer an der Nahe und die Trauben waren hochreif am Ende, aber es gab phasenweise sehr kühle Nächte. Das Jahr hat nicht voll durchgepowert, was dann eben bei Fröhlich um Bockenau schon zu mehr Kühle in den Weinen geführt hat als in südlicheren Gefilden. Laut Tim Fröhlich sahen die goldgelben Trauben so schön aus wie 2011, auch fast alles wurde relativ zeitgleich reif von den Gutsweinen bis zu den GGs, da musste man verdammt schnell sein. Nicht zu viel entblättert, damit in der Hitzewelle im August starke Beschattung vorhanden war, dadurch hat man diese feine Spannung behalten. Komplett Handlese, alle Weine. Aber eben Vollgas. Die Lese begann am 15. September bis Ende September. Perfektes Lesegut, sehr hohe Reife bei relativ hoher Säure – das ist schon genial. Wie die 2024er Rieslinge auch schon, wurde 2025 alles im neuen Weingut gekeltert und vinifiziert. Das erlaubt noch mehr Präzision und Fokus, weil dort alles genau nach Tims Vorstellungen und Arbeitsweise perfekt geplant wurde. Mehr geht dann wirklich nicht mehr. Die Hanglage des Felsenecks beträgt bis zu 70 Prozent. Komplett blauer Schiefer, ein sehr kühler Untergrund. Trotzdem eine sehr warme, süd-exponierte Lage. Der am längsten in Besitz befindliche Weinberg des Gutes. Nicht terrassiert, sondern steile, lange Reihen, brutale Handarbeit. Die langen Reihen werden manchmal durch Steinmauern unterbrochen. Das Felseneck ist irgendwo der Mittelweg, die goldene Mitte, zwischen Halenberg und Stromberg. Er hat diese ultrakristalline Feuersteinigkeit des Stromberg, diese pure, schwebende Eleganz und zugleich dieses dunklere, packendere des Halenberg. Trotz seiner extremen Schiefer- und Flintwürze ist der Felseneck immer das feinste GG. Im Jahr 2025 konnte Tim Fröhlich noch die letzte Parzelle des Nachbarn mitten im Filetstück übernehmen, sodass das Felseneck jetzt quasi eine Monopol-Lage von Fröhlich ist. Ihm gehört der komplette Kern dieser Lage. Das ist also die Premiere mit all-in aller Parzellen aus dem Herzen des Felsenecks. Ultrakristallin und zugleich eben ganz klar der feinste Wein bei Fröhlich. Hochfeine Frucht, absolut schwebend, heller in der Frucht als die anderen Lagen, aber ebenso gigantisch in der Feuerstein-Flintigkeit. Er hat Grip ohne Ende, zieht an den Backen, rassig, so pikant, dass die Augen schmal werden. Kumquat, Menthol, Eukalyptus. Im Mund ein Ausbund an Feinheit, obwohl er so brachial mineralisch ist. Nachdem ich die komplette Range durchprobiert habe bei Fröhlich, ist es mir immer noch unerklärlich wie er DIESE enorme Präzision in den Jahrgang 2025 hinein gezimmert hat. Das ist schon absolut abgehobener Stoff.