50 Jahre alte Reben auf einem Plateau im Stromberg, Porphyrböden, vulkanisch. Niedrige Erträge von kleinbeerigem, dickschaligem Müller-Thurgau, fast wie Riesling. Eine Seltenheit. Hohe Extraktwerte, die die schmelzige Fülle und die Cremigkeit bringen. Das ist eine Extrem-Version eines Müller-Thurgau, sehr schlank und pur. Müller in der Tim Fröhlich-Auslegung, also so, dass es kracht und dennoch Feinheit hat. Man ist mehr als verblüfft von diesem Stoff, blind hat man größte Probleme das als Müller einzustufen, weil es so eine immense Spannung und Mineralik hat. Die alten Reben haben auch selten Trockenstress, da hängen nahezu jedes Jahr tolle Trauben an den alten Stöcken. Eine sehr stimmige Nase mit weißem Pfirsich, frische Weintrauben, dunkle Mineralik. Erdige und steinige Noten dominieren in der Nase. Der Wein hat einen wunderbaren Zug im Mund, viel weiße Frucht, darunter leicht grünlich-kräuterige Reflexe. Natürlich im Mund nicht ganz so sehr auf der Zitrusfrucht laufend wie Riesling, sondern mehr bei grüner Birne und Apfel. Sehr lecker, charmant, reif und trotzdem leicht grünlich wie es für dieses Weingut typisch ist. Tim Fröhlich liebt die Trauben knackig-frisch, hier gibt es keine Überreife. Ein bisschen Schärfe aus salzigem Zug auf der Zunge. Ein trinkiger Müller mit typischem Fröhlich-kühlen Charakter, hat Klasse und Zug. Der schmeckt auch dem anspruchsvollen Trinker. 91-92/100