Der Basis-Spätburgunder stammt von den etwas jüngeren Reben aus Ingelheim. Die Reben stehen komplett auf Kalkstein. Also quasi Ingelheimer Ortswein von deutschen und französischen Pinot-Klonen. Rund 20 Prozent Ganztraubenanteil, spontan vergoren im geschlossenen Holzgärbottich. Keine Schönung, keine Filtration. Wie sein Lehrmeister Ziereisen macht auch Carsten Saalwächter Landwein. Ausbau für 18 Monate in französischen Barriques, rund 25 Prozent neues Holz. Das ist etwas mehr als in früheren Jahren, aber Carsten hat einfach festgestellt, dass seine Pinots das einfach gut aufnehmen und komplexer und feiner im Geschmack werden. Dafür lässt er die Weine nicht mehr so lange im Fass, nimmt sie rund ein halbes Jahr früher heraus zur Abfüllung und reift lieber in der Flasche. Sehr helle, vibrierende, rotfruchtige, feinsaftige Nase mit viel Sauerkirsche, Johannisbeere, Roiboostee, ein Touch von rauchigem Stein. Eine wunderbar ausgeglichene, feine Nase mit satter süßer Kirsche, aber auch dunkler Beerenfrucht von Cassis und Brombeere. Sehr erdig und würzig, dazu etwas Rauch und ätherische Kräuterwürze. Schon ein bisschen funky, etwas dreckig. Im Mund mit viel Schub aus der tänzelnden, roten Frucht. Deutlich mehr Sauerkirsche, die durch eine präzise Säurespur noch betont wird. Im Ausklang etwas Blutorange mit schöner Spannung zwischen der feinen Extraktsüße und der leicht herben Würze mit getrockneten Kräutern. Dann tauchen auch Blüten und helle Karamelle auf, vor allem Veilchen. Tolle Länge für einen Basiswein, bereits sehr vielschichtig und schön verwoben. Harmonisch und balanciert. Aber eher zur frischen, energetischen Interpretation tendierend mit dieser lebhaften Säure und der schönen kräuterig-kühlen Sauerkirschfrucht. Dieser Einstieg ist ein Statement!