Der Chardonnay stammt aus der Lage Höllenweg, reiner Muschelkalk, die Parzelle sitzt in der Hangmitte. Carsten Saalwächter liebt Spannung und Frische im Wein, die Lese findet immer eher früh statt, dennoch haben die Weine immer auch Power und Dichte. Der Chardonnay wurde ohne Standzeit direkt gepresst, und zwar hart gepresst. Wie es Hanspeter Ziereisen auch macht, Pressen mit großem Druck. Keine Vorklärung, also mit ordentlich Trub ins Fass. Spontane Vergärung im großen Holz, keine Barriques. Die Chardonnays waren 2023 schon stabiler als die Weiß- und Grauburgunder, wo es schwieriger war die Qualität zu erreichen. Die Chardonnays sind straighter als die anderen Burgunder, straffer in der Auslegung, es wird nicht so geschmeidig, sondern bleibt fester, zwingender. Das ist schon nochmal eine Ecke komplexer als der feine Weißburgunder, die paar Oechsle mehr bringen nochmal eine andere Dimension. 2024 ist ein kühleres Jahr, aber Carsten ist schon eher auf der Powerseite des Chardonnays, magere Weine gibt es bei ihm nicht. 2024er ist etwas wilder und vibrierender als 23, Kalkstaub mit Flint in der Nase, dann dichte, satte Rauch-Kräuterkombination, die nachschiebt, auch getoastetes Brioche. Nussig-würziges Finale, das Salz läuft kanalisiert geradeaus. Das ist wie durchatmen am Atlantik.