Der Himmelspfad ist eine der Toplagen von May. Der älteste Weinberg des Betriebs mit Pflanzjahr 1963, seit etwas über 10 Jahren in Besitz der Familie May. Reiner, steiniger Muschelkalkboden. Der Himmelspfad ist eine Südsüd-Lage, moderat steil, sehr karger Boden. Die Reben bleiben recht schmal, weil sie weniger Wuchs haben und auch die Trauben sind immer sehr kleinbeerig. Es ist der Weinberg, der immer die kleinsten Trauben hervorbringt. Dichtpflanzung mit 10.000 Stöcken pro Hektar. Handlese in kleine Bütten, händische Selektion direkt im Weinberg. Die Nase ist sehr ruhig und erhaben. Hier stehen nur natürliche Selektionen, keine Klone. Diese alte deutsche Genetik ist einfach hervorragend, weil sie noch nicht auf hohe Produktion getrimmt war. Es gab in 2025 keinen Frost und wenig Pilzdruck bei Mays. Der Pflanzenschutz war recht entspannt, die Trauben kerngesund. Rund 95 Prozent der Lese waren vor dem großen Regen im September schon eingeholt, von daher hat sie das nicht tangiert. Die Silvaner und Chardonnays sind früh reif und waren quasi perfekt. Ein recht harmonisches, entspannteres Jahr bei Mays als 2024. »Vom Lesegut war das wirklich ein Top-Jahrgang. Alles kerngesund und im Grunde easy.«, freut sich Rudolf May. Der Himmelspfad ist einerseits der expresssivere und krachendere Wein in 2025, andererseits hat er diesen ungeheuren, salzigen Fokus im Mund. In der Nase Grapefruit, Lavendel, rote Zitrusfrucht, Rooibostee. Läuft nur geradeaus, absolut straight. Von der exotischen Nase ist am Gaumen fast nichts mehr übrig, da wird es immer salziger, griffiger, ziselierter, je länger der Wein hinten raus läuft. Der Himmelspfad ist jung immer etwas ansprechender, hat eine berauschende, packende Art, die den Trinker direkt mitnimmt. Duftiger weißer Pfirsich, Kumquat und Mandarine. Ich bin baff über die Länge dieses Stoffs, er geht gar nicht mehr aus dem Mund, alles rollt immer wieder hoch, so viel Kraft so elegant verpackt. Er hat nicht ganz die innere Größe und Ruhe des Rothlauf, aber er ist animierender, vitaler und voller Spannung, was ihn jung deutlich trinkfreudiger macht.