In 2025 gab es durch die Regenfälle im September durchaus einiges an Botrytis, auch sehr saubere teilweise. Manche Winzer haben sie mitgenommen in die trockenen Weine, bei Fürsts wurde aber alles zu 100 Prozent raussortiert. »Sonst funktioniert unsere Vinifikation wieder anders«, sagt Sebastian Fürst, das will er nicht eingehen. Der »pur mineral« steht grundsätzlich nur in den Ersten und Großen Lagen des Weingutes Fürst. Das heißt, der Riesling pur mineral ist eine Art Vorlese des Großen Gewächses und der Ersten Lage. Ausbau fast komplett im großen Holz, Doppelstückfass von 2400 Litern. Der Wein steht – wie alles hier – auf Buntsandstein. Vom pH-Wert und der Stilistik fast eher dem Rheingau zuzuordnen, weil er so stahlig und klar ist. Von daher ganz andere Weine, wie bspw. der Franke Sauer, der ja auf ganz anderem Terroir steht. Wir sind hier bei Fürst noch kristalliner. Komplett trocken durchgegoren auf rund 2 Gramm, die Gärung lief entspannt. 2025 ist etwas wärmer und gelbfruchtiger in der Auslegung, zeigt sofort mehr Frucht, bleibt bei Fürst aber total klar. Es geht in hellgelbe Zitrusfrucht mit Eisenkraut, mit Quitte und mit einem Touch Waldmeister. Trotz der Abwesenheit von Zucker ist der Wein dicht und saftig, hat schon ordentlich Dampf unter der Haube. Wir sind reifer und druckvoller als in 2024. Toller Gutswein mit animierender Fruchtfülle und gutem Druck.