Natürlich steht auch der Centgrafenberg im Bürgstadter Berg. Ist also umgeben von der Ersten Lage und die GG-Parzellen sind die Filets. Der Wein wächst komplett auf Buntsandstein mit Eisenanteil. Das macht die Würze dieser Weine aus. Genau wie die Erste Lage als Ganztraube sofort gequetscht mit den Füßen und abgepresst, keine Standzeiten. Vergärung erfolgt spontan. Ausbau in einem alten Doppelstückfässern von 2400 Litern, mehr gibt es nicht. Sebastian Fürst erinnert 2023 am ehesten an eine Kreuzung von 2015 und 2017, also hohe Reife und hohe Spannung. Grapefruit und Kumquat, Curry, was ein bisschen die Signatur von 2023 ist, das hatten viele Weine. Eine einnehmende, steinige Wärme liegt darüber, wie sie typisch ist für viele Weine auch von der Nahe, wie der Felsenberg, der Roxheimer Höllenberg. Der Centgrafenberg zeigt initial keine laute Frucht, drückt sich eher in feinen Tönen aus. Die Würze changiert zwischen weißem Pfeffer und grünem Tee. Wir sind schon aufregender und rassiger, vibrierender als 2022. Das gefällt mir sehr gut. Ich kann diesen Vergleich zu 2015 sehr gut nachvollziehen, das wäre wohl auch meine Assoziation. Denn wir haben hohe Reife und rassige Säure zugleich. Vielleicht der begeisterndste Jahrgang seit 2019. Ein Betrieb, den nichts erschüttert, der jedes Jahr liefert, der jedem Jahrgang das beste abringt und seelenruhige und doch aufregende, fesselnde Weine erzeugt. Zeitlos gut.