Der Chardonnay stammt aus demselben Weinberg wie der Chardonnay R. Die Lage ist Astheimer Karthäuser, der Nachbarlage des Escherndorfer Lumpp, auf hellem Muschelkalk, Rebgenetik aus dem Burgund, von Fürst selbst gepflanzt. Die älteren Reben gehen in den R und die jüngeren sind für diesen Wein. Ausbau zu zwei Dritteln in burgundischen Barriques und 500 Liter Tonneaux. 12 Monate im Holz, rund 20 Prozent neu, dann Abstich für einige Monate in Edelstahl mitsamt der Hefe. Seit 2016 nehmen Fürsts die komplette Hefe aus den Fässern mit und lassen die Weine dann nochmal einen zweiten Winter liegen. Hier findet dann viel Autolyse statt, was dem Chardonnay seine wunderbare Hefewürze verleiht. Obwohl die Fürst’schen Weißburgunder schon sehr nah am Chardonnay dran sind, ist der Sprung evident, wenn man sie nebeneinander probiert. Chardonnay hat einfach noch einen Ticken mehr Spannung und Würze. Der Jahrgang 2024 war mengenmäßig einer der kleinsten in der Geschichte von Familie Fürst, nur 18 hl/ha im Betriebsschnitt. Drei Weine wurden aufgrund von Frost sogar gar nicht produziert. Die Frostschäden waren durchaus gravierend in Bürgstadt und Klingenberg, in Astheim gab es hingegen kaum Frost, das hat dem Weingut dann immerhin noch gute Mengen liefern können. »2024 ist ein klassischer Jahrgang mit schöner Reife, gar nicht unähnlich zu 2023. Weit weg von den heißen Jahrgängen wie 2022 oder 2019. Aber auch weit weg von den kühlen Jahren wie 2013 oder 2014. Der Jahrgang lebt von seinen sehr niedrigen Erträgen.«, konstatiert Sebastian Fürst. Der Astheimer Chardonnay hat eine flintige Reduktion, die Frucht ist zurückgenommen, läuft auf Kreide und weißem Pfeffer und weißem Tee. Alles schlank und fein gehalten, alles auf dem Salz und der Kreide entlang laufend. Der Mund ist elektrisierend, voller Spannung und zeigt kein Gramm Fett. Kristallin, harmonisch und präzise, das ist die Handschrift von Sebastian Fürst.