Rudolf Fürst: Chardonnay Astheimer 2024

Rudolf Fürst: Chardonnay Astheimer 2024

VDP

Zum Winzer

Chardonnay 100%
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2037
mineralisch
fruchtbetont
Lobenberg: 94+/100
Suckling zu 2023: 94/100
Deutschland, Franken
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chardonnay Astheimer 2024

94+
/100

Der Chardonnay stammt aus demselben Weinberg wie der Chardonnay R. Die Lage ist Astheimer Karthäuser, der Nachbarlage des Escherndorfer Lumpp, auf hellem Muschelkalk, Rebgenetik aus dem Burgund, von Fürst selbst gepflanzt. Die älteren Reben gehen in den R und die jüngeren sind für diesen Wein. Ausbau zu zwei Dritteln in burgundischen Barriques und 500 Liter Tonneaux. 12 Monate im Holz, rund 20 Prozent neu, dann Abstich für einige Monate in Edelstahl mitsamt der Hefe. Seit 2016 nehmen Fürsts die komplette Hefe aus den Fässern mit und lassen die Weine dann nochmal einen zweiten Winter liegen. Hier findet dann viel Autolyse statt, was dem Chardonnay seine wunderbare Hefewürze verleiht. Obwohl die Fürst’schen Weißburgunder schon sehr nah am Chardonnay dran sind, ist der Sprung evident, wenn man sie nebeneinander probiert. Chardonnay hat einfach noch einen Ticken mehr Spannung und Würze. Der Jahrgang 2024 war mengenmäßig einer der kleinsten in der Geschichte von Familie Fürst, nur 18 hl/ha im Betriebsschnitt. Drei Weine wurden aufgrund von Frost sogar gar nicht produziert. Die Frostschäden waren durchaus gravierend in Bürgstadt und Klingenberg, in Astheim gab es hingegen kaum Frost, das hat dem Weingut dann immerhin noch gute Mengen liefern können. »2024 ist ein klassischer Jahrgang mit schöner Reife, gar nicht unähnlich zu 2023. Weit weg von den heißen Jahrgängen wie 2022 oder 2019. Aber auch weit weg von den kühlen Jahren wie 2013 oder 2014. Der Jahrgang lebt von seinen sehr niedrigen Erträgen.«, konstatiert Sebastian Fürst. Der Astheimer Chardonnay hat eine flintige Reduktion, die Frucht ist zurückgenommen, läuft auf Kreide und weißem Pfeffer und weißem Tee. Alles schlank und fein gehalten, alles auf dem Salz und der Kreide entlang laufend. Der Mund ist elektrisierend, voller Spannung und zeigt kein Gramm Fett. Kristallin, harmonisch und präzise, das ist die Handschrift von Sebastian Fürst.

Jahrgangsbericht

Der athletische Jahrgang 2024 begeistert in Deutschland als absolut authentisches Finessewunder. Die Weine bestechen durch kühle, nordisch-straffe Säure, die von reichlich Extrakt ummantelt wird. Das sorgt für einen animierenden, geschmeidigen Trinkfluss voller nuancierter Tiefe bei herrlich moderatem Alkohol.

Verkostungsnotiz
94
/100

Suckling zu 2023 über: Chardonnay Astheimer

Deep nose of smoke, flint, wet earth, ripe pears and candied oranges. Excellent concentration on the beautifully rounded, medium-bodied palate, where the buttery richness, chalky tannins and discreet acidity are exactly balanced. The long, slightly velvety finish completes and impressive picture. Drinkable now, but best from 2026.

Mein Winzer

Rudolf Fürst

Franken ist Frankreich nicht nur phonetisch ganz nahe. Wer behauptet, dass exzellenter Pinot Noir, also Spätburgunder nur aus dem in Frankreich gelegenen Burgund stammt, hat mindestens die letzte Dekade verschlafen.

Chardonnay Astheimer 2024