Der Barolo La Morra ist ein recht neuer Wein bei Voerzio, ein preisliches Zugeständnis an den Markt. Der Wein soll sortimentstechnisch und preislich die Lücke schließen zwischen dem Langhe Nebbiolo und den Barolo-Einzellagen, und somit den Kunden einen Ausblick auf das Potenzial der Spitzenweine geben, bei gleichem kompromisslosen Qualitätsstreben für diesen Wein. Trotz extremen Arbeitsaufwands und minimalsten Erträgen versucht Roberto hier einen Wein zu erzeugen, der für Endverbraucher um die 100 Euro liegen kann. Das ist – allein schon wegen der Zugabe von Grand Cru-Material – ein wirklich ernsthafter Versuch, einen etwas bezahlbareren Wein auf annäherndem Grand Cru-Niveau zu erzeugen. Die Trauben kommen aus den Grand Cru-Lagen La Serra, Fossati, Case Nere und Cerequio. Da gibt es jeweils 8000 Stöcke – eine recht hohe Dichte pro Hektar mit einem Kilo Trauben Ertrag pro Stock, bei allen anderen Baroli des Weinguts werden gerade mal 500 Gramm Trauben pro Stock gelesen. Extrem reduziert also. Die Trauben der verschieden Lagen werden zusammen vergoren. Es wird mit dem gleichem akribischen An- und Ausbau wie alle Barolo Top-Crus von Voerzio gearbeitet. Bioweinbau, aber ohne Zertifizierung. Nur Spontanvergärung. Wie alle Weine Voerzios 100 Prozent entrappt und für zwei Jahre in burgundischen, sehr dichtporigem Holz, das minimal getoastet wurde, ausgebaut. 20 bis 25 Prozent der Fässer sind neu, der Rest wurde maximal sechs Mal befüllt. Ende August 2023 abgefüllt. Mittleres, leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Orange. Die Nase ist beinahe zart und blumig, dabei ultra schwebend elegant. Rosenblüten und duftende, frische rote Blumen, fast burgundisch. Saftige Erdbeeren, schwebend zarte Cranberry und Sauerkirsche. Im Mund hat der Wein eine eindrucksvolle, beinahe klirrende Frische. Geradeauslaufend und salzig. Die Tannine sind sehr fein, fast puderzuckerartig. Aber nichts ist trocken, selbst die Tannine sind wunderbar saftig. Die Frucht ist ultra frisch und präzise. Frische, rote Sauerkirschen, Granatapfel, darüber liegt zarte Würze: Vanille, sogar etwas Curry und getrocknete Blüten. Bei Voerzio war der Jahrgang 2020 von Frische und Balance geprägt. Dieser Comune di La Morra ist der Wein Voerzios, der schon früh zugänglich ist und in wenigen Jahren Freude machen wird. In diesem Eleganz Wunder ist genau die richtige Balance aus Frische und Fruchtreife getroffen. 95/100