Der Jahrgang 2025 hatte keine Extrem-Temperaturen wie manch anderer zuvor, aber eine in Summe relativ hohe Grundtemperatur und zugleich ausreichend Niederschlag, der vor allem zur Lesezeit nochmal zugenommen hat. Dann musste alles schnell gehen, Weils haben mit entsprechend hoher Schlagkraft gearbeitet. Die Hauptlese im Riesling hat gerade einmal 12 Tage gedauert, das ist schon irre bei dieser Betriebsgröße. Das Ergebnis ist am Ende eine hohe Stoffigkeit aus satten Extrakten und hoher Reife bei zugleich berauschenden Säurewerten. Auf dem Weingut Robert Weil gibt es nur einen einzigen Kabinett. Also alles das, was sonst theoretisch auch Turmberg oder Gräfenberg Kabinett hätte werden können, fließt in diesen Wein ein, weil man sich entschlossen hat, die Top-Lagen namentlich nicht mit dem Kabinett, sondern erst mit der Spätlese zu zeigen. Das ist aber eine rein taktische Maßnahme und ändert nichts daran, dass dieses Kabinett dann mit das Beste an Kabinett ist, was es im Rheingau gibt. Eben gerade weil dieses extrem hochwertige Material hier drin ist. Diese ganz klare, brillante, helle Frucht des Weil’schen Rieslings zeigt sich natürlich auch im Kabinett. Das ist so ein schicker, reiner Traubensaft und das jedes Jahr, diese Konstanz ist schon Wahnsinn. So filigran, so fein, das sind trotz Vollreife keine Wuchtbrumme. Nein, ein ganz zarter Saft ist das. Kühl, geschliffen, blütenduftig, weißer Pfirsich, Weintraube, grüner Pfeffer, grüne Aprikose. Wirklich wunderbar zart. Und das Verrückte an der ganzen Geschichte ist ja, dass dieses Kabinett so leicht und filigran es wirkt, potenziell drei, vier Jahrzehnte halten kann. Die unendliche Leichtigkeit des Seins – und darin Kraft für Jahrzehnte. Kein anderer Wein außer Riesling Kabinett kann das… für diesen Preis. Besser geht es nicht!