Der Jahrgang 2025 hatte keine Extrem-Temperaturen wie manch anderer zuvor, aber eine in Summe relativ hohe Grundtemperatur und zugleich ausreichend Niederschlag, der vor allem zur Lesezeit nochmal zugenommen hat. Dann musste alles schnell gehen, Weils haben mit entsprechend hoher Schlagkraft gearbeitet. Die Hauptlese im Riesling hat gerade einmal 12 Tage gedauert, das ist schon irre bei dieser Betriebsgröße. Das Ergebnis ist am Ende eine hohe Stoffigkeit aus satten Extrakten und hoher Reife bei zugleich berauschenden Säurewerten. Im Most lag sie bei 10 g/l, sodass es im Wein perfekt um die 8 g/l gelandet ist, also genau was man sich wünscht. Der Turmberg liegt hinter dem Gräfenberg, ein steil aufragender Hang auf 100 Prozent grauem Schiefer, dem ältesten Verwitterungsgestein des Rheingaus. Dieser Wein wächst karg, ganz ohne Löss- und Lehmauflage, nur reiner grauer Phyllit-Schiefer. Kurze Maischestandzeit von 6 bis zu 24 Stunden. Im Stückfass spontan vergoren und ausgebaut, bis im Sommer verbleibt der Wein auf der Hefe. Nach einem erneut historisch trockenen und sehr sonnigen Sommer, kamen Regenfälle gegen Herbst. Die Trauben waren allerdings weitgehend sehr gesund. Das Team war dennoch fleißig in den Weinbergen unterwegs und hat komplett biologisch gearbeitet, die Zertifizierung folgt demnächst. Der Turmberg ist die kargste Lage und ergibt daher auch den gewissermaßen extremistischsten Wein in seiner Puristik des Bodenausdrucks. Jedenfalls ist es der am mineralischsten anmutende Wein bei Weil, und vielleicht einer der mineralischsten Weine des Rheingau überhaupt, weil er so stahlig wie ein Chablis Premier Cru aus dem Glas schießt. Der Turmberg behält selbst im wärmeren 2025 seinen zwingenden Charakter, sodass er im Grunde überhaupt nicht im Geringsten warm wirkt. Feuerstein und weißer Pfeffer dominieren, etwas Ingwerspice, feine Schärfe, Zitronengras, weißer Tee. Trotz seines straffen Charakters hat er schon ungeheuerlich viel Druck. Der Turmberg ist natürlich die Quintessenz dieser Kühle, da läuft die Eleganz des Jahrgangs zusammen. Da spürt man wie sehr in diesem 2025 die Kraft und die Spannung aufeinandertreffen. Man darf den Turmberg nicht unterschätzen, das ist schon annähernd Grand Cru-Niveau, immerhin ist es theoretisch eine Große Lage, nur Weil stuft ihn freiwillig ab für die Vierstufigkeit. Der Turmberg ist die Eisenfaust im Samthandschuh in 2025, immer eine der besten Ersten Lagen des Landes!