Der Jahrgang 2025 hatte keine Extrem-Temperaturen wie manch anderer zuvor, aber eine in Summe relativ hohe Grundtemperatur und zugleich ausreichend Niederschlag, der vor allem zur Lesezeit nochmal zugenommen hat. Dann musste alles schnell gehen, Weils haben mit entsprechend hoher Schlagkraft gearbeitet. Die Hauptlese im Riesling hat gerade einmal 12 Tage gedauert, das ist schon irre bei dieser Betriebsgröße. Das Ergebnis ist am Ende eine hohe Stoffigkeit aus satten Extrakten und hoher Reife bei zugleich berauschenden Säurewerten. Im Most lag sie bei 10 g/l, sodass es im Wein perfekt um die 8 g/l gelandet ist, also genau was man sich wünscht. Der Klosterberg trägt seinen Namen, weil er seit alters für Kloster Eberbach das östliche Weinbergs-Pendant zum berühmten Steinberg war. Ein großer Teil dieser Lage ist sogar als Große Lage klassifiziert. Sein meist tiefgründiger Boden aus buntem Schiefer, Phyllit und Serizit-Gneis prägt den gehaltvollen, sehr stoffigen Charakter der Klosterberg-Rieslinge. Der Klosterberg vereint die gesamte geologische Vielfalt des Rheingaus in sich. Und die Höhe und Kühle dieser besonderen Lage, so Wilhelm Weil, macht gerade den besonderen Reiz aus. Sie sei überhaupt erst in seiner Generation, in Zeiten der globalen Erwärmung in die Güte einer Ersten Lage gewachsen. Sein Urgroßvater, Großvater und Vater hätten sich bezüglich der besten physiologischen Reife der Trauben aus dem Klosterberg gar noch sehr nach der Decke strecken müssen. Aber heute stünde der Klosterberg in einem tollen Dreiklang gemeinsam mit Turmberg und Gräfenberg. Ich habe den Wein früher häufiger mal ausgelassen, weil Gräfenberg und Turmberg schon so eigenständig nebeneinander sind, aber gerade in den letzten Jahren hat der Klosterberg nochmal einen tollen Sprung gemacht. Er ist so eigenständig und vor allem köstlich, dass er einfach ins Programm muss. Kurze Maischestandzeit von 6 bis zu 24 Stunden. Überwiegend in Doppelstückfässern spontan vergoren und ausgebaut, bis im Sommer verbleibt der Wein auf der Hefe. Das sind schon Prachtstücke in 2025, unglaublich attraktiv und ansprechend schon in der Jugend. Dichte Pfirsichfrucht, Reineclaude, Orangenblüte, dann mit Luft auch mehr Grapefruit, warme, milde Zitrusfrucht. Neben dem strafferen, kargeren Turmberg ist der Klosterberg der dichtere, kraftvollere und geschmeidigere Wein. Er gibt sich cremiger und mehr auf Steinobst laufen, weniger Zitrus, etwas entspannter für Rieslingtrinker, die es nicht zu stramm im Glas haben möchten.