Nach einem erneut historisch trockenen und sehr sonnigen Sommer, kamen Regenfälle gegen Herbst. Die Trauben waren allerdings weitgehend sehr gesund, es gab nur sehr wenig Botrytis. Das Team war dennoch fleißig in den Weinbergen unterwegs und hat komplett biologisch gearbeitet, die Zertifizierung folgt demnächst. Die perfekte Komposition seines Bodens aus hohem Gesteinsanteil von Phyllit-Schiefer und wasserhaltenden Schichten macht das Gräfenberg-Terroir so einmalig. Obwohl ich ein Turmberg-Typ bin bei den restsüßen Weinen, sieht es im Auslese und Spätlese-Bereich dieses Jahr anders aus. Der Gräfenberg ist schon eine Wucht! Der Jahrgang 2025 hatte keine Extrem-Temperaturen wie manch anderer zuvor, aber eine in Summe relativ hohe Grundtemperatur und zugleich ausreichend Niederschlag, der vor allem zur Lesezeit nochmal zugenommen hat. Dann musste alles schnell gehen, Weils haben mit entsprechend hoher Schlagkraft gearbeitet. Die Hauptlese im Riesling hat gerade einmal 12 Tage gedauert, das ist schon irre bei dieser Betriebsgröße. Das Ergebnis ist am Ende eine hohe Stoffigkeit aus satten Extrakten und hoher Reife bei zugleich berauschenden Säurewerten. Es gab gar nicht so viel Botrytis bei Weil in 2025, ein bisschen was war dabei, aber der Großteil der Konzentration stammt eigentlich aus hochreifen, am Stock vergoldeten, pilzfreien Trauben. Das ist ein göttlicher Trunk aus 2025, goldgelb, reich, intensiv, mehr Schub als das schlankere 2024. Hochkonzentriert mit warmem Apfelkuchen, Nektarine, Jod, englische Orangenmarmelade. So pikant, dass die Augen schmal werden, zitrisch, saftig und dann schiebt wieder diese üppige Welle an Nektar nach.