Der Saumagen ist DIE absolute Spitzenlage in Kallstadt. Kalkmergel auf Kalksteinfels, viel pures Gestein. Die Weinberge von Rings liegen im südlichen und östlichen Teil des Saumagen. Der Wein wird natürlich spontan vergoren und verbleibt bis zur Füllung im August auf der Vollhefe. Ausbau komplett im Stückfass und Halbstückfass, kein Edelstahl mehr. Komplett durchgegoren auf quasi null Zucker. Der Saumagen ist definitiv der druckvollste Wein im gesamten Portfolio. Die Nase ist fast nur steinig und reduktiv, dicht und rauchig, dann ganz leicht kräuterig untermalt mit frischen Wiesenkräutern, etwas Zitronengras. Dicht verwobene Struktur und ordentlich Schub. Dann kommen reife Zitrusnoten von Bergamotte und Amalfizitrone, Mirabelle, Quitte, alles sehr spannungsgeladen mit grandioser Kühle und Eleganz. Tolle Würze dazu. Obwohl der Wein so druckvoll ist, ist er nicht dramatisch. Er strahlt eine feine Eleganz aus, irgendwo auch Balance und Geschmeidigkeit durch den Kalkstein. Wie ein großer Burgunder. Viel helles Gestein, Kreidestaub. Andy und Steffen Rings legen wenig, oder besser gesagt gar keinen Wert auf Primärfrucht. Am Gaumen dann ein Geschoss aus Mineralität, reifer, zupackender Säure, feinem Gerbstoffgrip. Alles zieht sich zusammen. Unreifes Steinobst, in Salz gewendete Zitrusfrucht, etwas Kumquat, süße Zitrone. Wahnsinnige Länge am Gaumen, die einfach krachend salzig ausklingt. Stylisch und elegant. Das Spiel aus allem ist hier einfach überragend, alles ist so komplett. Hat Dramatik vom 2021er, aber Tiefe und Textur des 22ers. Rings ist kompromisslos klar und so unfassbar gut in den letzten Jahren. Der Saumagen braucht in seiner phenolischen Intensität immer einige Jahre Zeit, wird dann aber einer der größten Rieslinge sein. Nachverkostet in Wiesbaden, muss man die Bewertung auf 99 Punkte erhöhen. Das ist ein kompletter Wein, nahe der Perfektion.