Dieser alte, kleine Weinberg in Sand-Kalkstein-Hochlage, wurde direkt im und nach dem zweiten Weltkrieg gepflanz. Damals war das wegen der Bevölkerungsversorgung eigentlich verboten, aber Alberto Martinez Urgroßvater setzte die Busch-Reben versteckt zwischen seine Gemüse- und Obstbeete. Weiße und rote Reben, nach und nach gepflanzt, ein wild gemischter Satz, was man eben so fand in diesen Notzeiten vor 80 Jahren. Alberto erweist mit der fortlaufenden Vinifikation diese Weinbergs seinen Vorvätern die Ehre, auch wenn nur 2000 Flaschen im Jahr jetzt nicht gerade der Burner sind. Handlese, teilweise Ganztraube und dann zuerst mal eine Maceration Carbonique bevor es dann weitergeht in die klassische alkoholische Vergärung. Dunkles Rubinrot. Hochduftig, satte Kirsche, auch Amarena und normale Schwarzkirsche, Holunder und ein würziger Unterton von den Rappen. Satte Amarena- und Schwarzkirsche im Mund, fruchtig süß und lecker, tolle mineralisch-salzige Frische und Länge bei total poliertem und feinkörnigen Tannin. Schick, voller Finesse, zum Reinspringen schön mit hervorragende Balance. Ganz sicher ein Unikat, aber total einnehmend und lecker. Großartig! *** Telmo Rodriguez hilft im Rahmen seines 'Cosechero' Projekts einigen extrem talentierten jungen Nebenerwerbs-Winzern aus der Remelluri-Gemeinde Labastida mit ihren uralten, genialen Reben zu überleben. Die Vinifizierung und der Ausbau incl. Abfüllung findet in Kooperation von Telmo, Pablo und dem jeweiligen Winzer auf Remelluri statt, bis der Winzer eventuell mal auf eigenen Füßen stehen kann.