Dieses GG stammt aus der Parzelle mit dem ursprünglichen Namen »Ganshorn«, die aber mit Änderung des Weingesetzes 1971 in die Lage »Im Sonnenschein« integriert wurde. Da sich die Böden hier aber deutlich unterscheiden, wird der Wein bei Rebholz seit 2007 als Auskopplung immer separat ausgebaut. Während der Boden in »Im Sonnenschein« von altem Trias-Muschelkalk geprägt ist, besteht diese Parzelle aus jüngerem Material aus dem Pleistozän, hauptsächlich Schotter mit Buntsandstein, Kies und Lehm. Bis zu 250 Meter hoch gelegen bei einer maximalen Hangneigung von 20%. Das war 2023 tatsächlich der erste Wein, der gelesen wurde. Mitte September, noch vor dem Ortswein und knapp zwei Wochen vor dem Kastanienbusch. Nach rund einem Tag Maischestandzeit wurde abgepresst, im Edelstahl vergoren und dann lange auf der Feinhefe belassen. Das Ganz Horn unterscheidet sich nochmal deutlich vom Buntsandstein-Ortswein. Deutlich karger und nochmal klarer. Etwas weniger Exotik, mehr Purisitk zeigend. Wie immer zeigt der Weine eine feine Kräuterwürze, ein bisschen Koriander tatsächlich, ein Hauch Passionsfrucht, weißer Pfirisch und Grapefruitschale. Am Gaumen bin ich dann ziemlich überrascht von dieser tiefen, vibrierenden und so enorm zupackenden Säurestruktur. Wow, das läuft wie ein Laserstrahl kerzengerade über die Zunge, einschneidend mineralisch texturiert, richtig Dampf und Power. Die klirrende Säure mit kalkiger Salzigkeit im Wechselspiel. Saurer Pfirsich mit Mandarine, dazu Fleischlichkeit von Nektarine. Saft und Zug mit so viel Druck. Griffiges Tannin stützt die elegante Frucht, die reifen Säuren umspielen alles so tänzelnd fein. Große Länge mit salzigem Finale. Feinheit und Reife in perfekter Balance.