Ein sehr spezieller Wein, aus 100 Prozent alter Grenache aus zwei Lagen. (Bis Jahrgang 2018 noch La Creation genannt). Lirac mit dieser hohen Eleganz von sandigen Böden, dieser unbeschreibliche Charme, den es so nur aus Lirac gibt. Das Gegenstück bildet die steinig mineralische Power-Grenache aus uralten Reben aus Chateauneuf du Pape. Zusammen vergoren, zum Teil unentrappt, aber nur zu einem geringeren Prozentsatz. Beides wird zusammen in einer großen Amphore aus Ton ausgebaut. Wir sind in 2023 bei einem im Grunde sehr »klassischen« Jahr, das gar nicht so unähnlich zu etwa 2007 ist, weil es viel Spannung und Trinkfluss mit hoher Reife verbindet. Es war schon ein warmes Jahr, aber eben nicht ganz so heiß wie 2022 oder 2019, dadurch sind die Weine geschmeidiger und etwas trinkiger geraten. Das gefällt mir persönlich sehr gut. Zudem ist die Tanninqualität ein Traum. Wie 2021 auch, ist die Frucht sehr rotbeerig und kirschig, mit feinster Himbeere, Rosenblättern, Walderdbeere. Fast ein bisschen an Pinot Noir erinnernd in der Aromatik, nur eben mit diesem Plus an Wärme und Schmelz des Südens. Die salzige Himbeere rollt immer wieder durch, hört nicht mehr auf, köstlich, verspielt, dann wieder blumig werden. Dabei nie fett trotz seiner Reichhaltigkeit. Eine seidige Schönheit und hedonistisches Leckerlie, irgendwie eine Idealform eines everybodys Darling Châteauneuf. Beeindruckend stylisch und schön.