Lobenberg: 2024 ist ein Jahrgang, der dem Stil von Stephane Usseglio sehr entgegen, weil es so straff und »kühl« ist, mit niedrigen pH-Werten. Das ist genau, was er sucht und der Jahrgang hat es ihm perfekt ermöglicht. Auch wenn er rund 40 Prozent weniger ernten konnte aufgrund des Mehltaubefalls aus dem sehr nassen Frühjahr. Die Roussanne 2024 wurde schon zum April abgefüllt, weil sie sich so schön präsentiert hat und weil die 2023er komplett ausverkauft waren. Also stilistische und wirtschaftliche Gründe. Durch diesen kurzen Ausbau fängt Stephane die gesamte Frucht und Intensität des Jungweines in der Flasche ein. Rarer Stoff, der bisher nur ob seiner Großartigkeit nur in Magnumflaschen angeboten wurde. Die Gelegenheit diesen Wein nun auch bei kleineren Anlässen öffnen zu können haben wir sofort ergriffen und können nun erstmalig in 2023 Pure Roussane auch in 0,75l anbieten. Kaum eine Domaine macht puren Roussanne und noch weniger auf diesem extraterrestrischen Level. Beaucastels Roussanne Vieilles Vignes ist die Referenz, da liegt dieser nicht weit dahinter. Spontane Vergärung und Ausbau in mittelgroßen Stockinger-Fässern. Schon in der Nase eine eher zurückhaltende Roussanne, die nur zarte Noten von Anis und Fenchelgrün mit etwas Kalkstaub zum Besten gibt. Im Mund dreht sie dann aber richtig auf. Wow, so viel Salz, sogar Spannung, ganz schlanke Quitte, Mispel, nur ein kleiner Touch Rosmarin, der aber sehr dezent und elegant im Hintergrund bleibt. Diese 2024er Weißen sind wirklich herausragend in Châteauneuf – genau wie 2021 auch. Ein Druck, dass die Augen schmal werden, aber verblüffend schick im Geradeauslauf. Das gewohnte Fett der Roussane ist von Meister Stephane Usseglio sehr gut gebändigt, der Wein ist berauschend frisch und läuft schnurstracks auf seiner ziselierten Salzspur über die Zunge. Das ist ein Speisebegleiter par excellence. Topstoff!