Die Trauben stammen von eigenen Weinbergen in Rheinhessen auf den typischen Terra Fusca-, Lehm- und Kalksteinböden. Natürlich Handlese, Ganztraubenpressung, über 36 Monate Hefelager, unfiltriert. Die beiden Cuvées Katharina und Marie-Louise sind nach den Töchtern des Hauses benannt. Katharina ist ein Blend aus Pinot Noir und Pinot Meunier, und stets der stahligere, rassigere Sekt, der ohne Dosage Brut Nature degorgiert wird, um diesen Charakter noch zu unterstreichen. Der Pinot Meunier wird in gebrauchten Barriques ausgebaut. Der Wein hat nur knapp 1 g/l natürlichen Restzucker und keine Dosage, ist also Brut Nature, sehr straff und trocken ausgelegt. Der Jahrgang 2021 war kühl und relativ regenreich, man konnte lange mit der Lese warten. Die Säure ist bis zum Schluss recht hoch geblieben, perfekt für Sekt. Intensiv und fast etwas herausfordernd in seinem straffen Antritt, erinnert gar etwas an Blanc de Blancs, obwohl es überwiegend ein Blanc de Noirs ist. Dramatisch in seiner mineralischen Ausdruckskraft, viel Schliff und Würze. Das ist die perfekte Balance zwischen Stoff für anspruchsvolle Weinfreaks und etwas, das man eigentlich jedem Gast einschenken kann. Er ist anspruchsvoll, bleibt aber in seiner trockenen Art doch everybody’s darling. In der Nase Graphit und Sauerkirsche, Sauerteigbrot, Cassis und warme Zitrusfrucht. Der Stoff kommt schon mit großer Intensität aus dem Glas, er ist eben auch ganz leicht vom teilweisen Ausbau in den Taransaudfässern geprägt (12 Prozent Barrique-Ausbau), was aber super eingebunden ist. Diese Komplexität wird selten erreicht bei deutschen Sekten, druckvoll und tief, voller Spannung. Ein atemberaubender Sekt für diesen Preisbereich, der archetypisch für den präzisen Raumland-Stil steht, aber als so intensiv-mineralischer Vertreter eben doch eher für den anspruchsvolleren Sekttrinker gemacht, wie eigentlich fast alles bei Raumland. Dennoch harmonisch und ausgewogen im feinen Abgang. Eine sehr gute Visitenkarte des Hauses.