Der Stockkultur-Weinberg liegt ganz oben in der Achleiten, unmittelbar am Waldrand und rund 130 Höhenmeter oberhalb der klassischen Parzellen. Hier wächst der Grüne Veltliner noch in der historischen Einzelpfahlerziehung, jeder Rebstock für sich als Buschwein hochgebunden. Mit rund 15.000 Stöcken pro Hektar ist die Anlage extrem dicht bestockt, sogar dichter als viele Weinberge im Burgund. Die ältesten Reben wurden bereits 1937 gepflanzt. Zwischen dem Grünen Veltliner stehen vereinzelt alte ungarische Rebsorten, die aromatisch ein wenig an Welschriesling erinnern. Alles muss von Hand bearbeitet werden, mechanisieren lässt sich hier praktisch nichts. Gleichzeitig sorgt die alte Erziehungsform für eine natürliche Selbstbeschattung, die gerade in wärmeren Jahren ein enormer Vorteil ist. Ausbau im Edelstahl mit verlängertem Kontakt zur Feinhefe. Schon die Nase zeigt, dass das hier kein gewöhnlicher Grüner Veltliner ist. Für die Stockkultur erstaunlich hell, kühl und fein schwebend. Weißer Pfirsich, knackige Birne, frischer Apfel und ein Hauch von heller Marille, dazu Zitronenverbene, weiße Blüten und feinste Gartenkräuter. Nur ganz zart schimmert etwas Exotik hindurch, eher in Richtung Litschi und unreife Ananas als wirklich gelb und üppig. Darüber liegt eine kühle Steinigkeit, etwas Salz und ein fast ätherischer Zug. Sehr komplex, aber nie laut, vielmehr glasklar und mit der eleganten Leichtigkeit, die den Jahrgang 2025 so stark prägt. Der Mund ist wunderbar saftig und geschmeidig, aber zu keiner Sekunde breit oder schwer. Die feine Cremigkeit aus dem langen Hefelager wird von großer innerer Spannung und einer kühlen, messerscharfen Struktur eingefangen. Weißer Pfirsich, Birne, Limettenabrieb und helle Marille gleiten über den Gaumen, dazu frische Kräuter, Salz und feines Steinmehl. Alles ist schlank definiert und puristisch geradeauslaufend, zugleich liegt ein samtiger Schmelz über der Zunge. Im langen Nachhall baut sich die Mineralität immer weiter auf, wird zunehmend steiniger, salziger und griffiger, begleitet von einem feinen Gerbstoffzug. Ein grandioser, enorm eleganter und völlig eigenständiger Grüner Veltliner. Weniger opulent als in wärmeren Jahren, dafür noch präziser, kühler und schwebender. Einer der großen Weine der Wachau.