Ornato ist die Nachbarlage des Sperss im südlichen Serralunga. Sie liegt auf 380-400 Höhenmetern und hat die Form eines Amphitheaters. Die Reben sind nach Süden, Südwesten und auch ein bisschen nach Südosten exponiert. Hier scheint die Sonne den ganzen Tag, dadurch ist die Lage immer eher warm und reif und wird mit einem Hagelnetz zusätzlich vor der Sonne geschützt. Hauptsächlich Kalksteinböden mit ein bisschen Kreide und weißem Lehm. Auch ein kleines bisschen Sand. Ganz klassisch Serralunga eben. Der Ausbau erfolgt zum größten Teil im großen Holzfass aus französischer und slawonischer Eiche. Zehn Prozent reifen aber für ein Jahr in Barriques in Zweit- und Drittbelegung. Nach dem ersten Jahr zieht der Barrique-Wein ebenfalls um ins große Holzfass, wo er ein zweites Jahr ausgebaut wird. Fassmuster. Dichte, weinige Nase. Saftige Pflaumen, Sauerkirschen, Schwarzkirschen mit dem Rosenwasser-Aroma das alle Weine des Weinguts dieses Jahr haben. Verführerische Nase, aber man muss dafür schon aromatisches mögen. Erst nach einem Moment im Glas kommt die dunkle, fein rauchige Teer-Mineralität nach und nach durch. Der Ornato hat mehr und strukturiertere Tannine als die anderen Weine, die sich im Mund ausbreiten. Die singende Frische im Mund balanciert alles und leitet die Aromen in ein fabelhaftes Crescendo über. Da der 2020er noch eleganter und feiner ist als der 19er, ist er ein hedonistisches Leckerli. Großer Barolo in kleiner Stückzahl – es gibt je nach Jahrgang 10.000-15.000 Flaschen. Fantastischer Stoff, Hedonismus und Drama in einem Glas.