Müsste man eine Liste mit den besten Veltliner-Lagen Österreichs erstellen, wäre der Kellerberg ohne jede Diskussion in den Top 5 dabei. Eine der großen Ikonen der Wachau. Reine Terrassenlagen auf verwittertem Gneis, spektakulär steil und karg. Im Sommer erfolgt eine konsequente Grüne Lese, Botrytis wird hier bei Pichler-Krutzler kompromisslos vermieden. Die Konzentration kommt hier ausschließlich aus physiologisch perfekt ausgereiften, gesunden Trauben. Die Erträge liegen bei unter 30 hl/ha. Nach der Lese wird entrappt, die Trauben verbleiben für eine gewisse Zeit auf der Maische, anschließend erfolgt Vergärung und Ausbau im gebrauchten Holz.,2025 zeigt der Kellerberg eine faszinierende Mischung aus Reife, Saft und Spannung. Die Nase wirkt zunächst ruhig und tief, öffnet sich dann mit gelbem Apfel, reifem Weinbergspfirsich, Birne und einem Hauch Ananas. Dazu kommen zitrische Noten, etwas Zitronenöl und die typische feine Würze von hellem Tabak und Kräutern. Alles wirkt sehr harmonisch und bereits erstaunlich zugänglich, ohne dabei an Präzision einzubüßen. Am Gaumen besitzt der Wein enormen Druck, aber keinen Moment Schwere. Die Frucht ist etwas großzügiger und saftiger als in den kühleren Jahrgängen, gleichzeitig bleibt diese salzige, steinige Kellerberg-DNA jederzeit präsent. Feine Cremigkeit trifft auf präzise Säure, dazu etwas Grip von der Maischestandzeit und eine tief sitzende Mineralität. Der Wein fließt förmlich über den Gaumen, gewinnt mit jeder Sekunde an Spannung und endet in einem langen, salzigen Nachhall. Ein großer Kellerberg, der die Offenheit und den Charme des Jahrgangs wunderbar mit der klassischen Eleganz und Tiefe dieser Ausnahmelage verbindet.