Der Wein steht komplett auf Kalkstein, mit Terra Fusca durchsetzt, wie es auch der Saumagen ein bisschen ist. Also auch leichte Braunfärbung, aber am Ende eben reiner Kalkstein. Auf 280 Meter Höhe gelegen. Das nördlichste GG der Pfalz überhaupt, in diesem kühleren Zellertal mit diesen superspannenden Böden. Es reift langsam aus, weil es so hoch ist. Es liegt noch höher als der Saumagen, also auch hier immer eine sehr kühle Stilistik. Der Wein wird als letzter der Riesling-Weinberge gelesen. Die Traubenverarbeitung ist sehr traditionell mit Quetschwalzen und Maischestandzeiten über 12 Stunden und nur sehr kurzen Sedimentationszeiten. Geschwefelt wird vor der Gärung nicht, ein biologischer Säureabbau soll nach Möglichkeit immer vermieden werden. Spontan und hauptsächlich im Edelstahl vergoren um die Purisitik des Weines zu bewahren. Belass auf der Vollhefe bis Ende April, dann Abstich und Verbleib auf dem guten Teil der Hefe. Keine Filtration. Traditioneller und klassischer geht es von der Machart kaum. Der Schwarze Herrgott ist immer eher der Typ »Klar und kühl wie ein Gebirgsbach«. Total clean, straight, puristisch. Nochmal mehr als der Saumagen. In der Nase leicht reduktiv und zurückhaltend zu Beginn. Braucht Zeit um, sich zu öffnen und ist jetzt in der Jugend eben noch reserviert. Leicht rauchige Anklänge, dann Sommerregen, nasser Kalk, Melisse, Zitronenschale, grüne Birne. Anklänge von weißen Blüten dazu. Nur ganz leicht deutet sich eine leichte Exotik an. Helle, ganz frische Ananas, dazu Noten von grüner Mandarine. Der Wein hat sensorisch vielleicht mehr mit einem Morstein gemein als mit der Mittelhaardt. Das Zellertal ist nicht umsonst ein Hotspot und irgendwo ein Bindeglied zwischen Wonnegau und Nordpfalz. Im Mund dann ein echter Kracher in seiner zupakcned-saftigen Art. Reife Säure umspielt die Zunge, lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Sehr zitrisch, hohe Dramatik, hoher Spannungsbogen. Alles zieht sich zusammen. Immer wieder rollt etwas steinig-kreidiges hoch. Geniale Brillanz! Herb-süße Noten von Kumquat und Quitte, ergänzt durch kühle Kräuternoten. Total fein. Läuft schnurgerade auf dem Kalkstein, salzig, präzise, feine Pfeffrigkeit im Finale. Aufregend und dennoch cremig-reif, einfach perfekt in Balance. HO Spanier hat ja seinen Topweinberg auch ganz in der Nähe stehen, die Lage ist auf jeden Fall großes Zellertal-Kino in Reinform. Wirklich eine Bank in den letzten Jahren.