Ich probiere im April 2026, kurz bevor er abgefüllt wird, ein Fassmuster dieses jahrgangslosen Weins. Er ist ein Blend aus Trauben der jungen Trebbiano-Reben des Jahrgangs 2025 und zudem beinhaltet er die Fässer, die Luca 2023 und 2024 nicht in seinen finalen Boggina B – den erstklassigen Trebbiano von Petrolo – blenden wollte. Der 2023er wurde 24 Monate lang in 500 Liter fassenden Eichen-Tonneaux ausgebaut, 2024 und 2025 dementsprechend kürzer. Insgesamt wird es ungefähr 4.500 Flaschen von diesem krassen Wein geben. Der Boggina B von Petrolo zählt mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsweißweinen aus Italien und wird nur noch von wenigen Übergrößen wie beispielsweise Valentini übertroffen. Daher freue ich mich über diesen etwas günstigeren Einstieg in sehr ähnlicher Stilistik. Tiefes, leuchtendes Goldgelb. Wunderbare Nase mit reichhaltigen Noten von saftiger Williamsbirne, wilden roten Äpfeln, etwas Aprikose, Heublumen, einem Hauch Anis, Vanille, Zedernholz und braunen Gewürzen. Dazu kommen immens mineralisch anmutende Noten von Graphit und Feuerstein. Insgesamt vermittelt der Wein einen wunderbar saftigen, attraktiv duftenden und zugleich spannend ungezähmten, wilden Eindruck. Der »Mini-Boggina B« ist zwar nicht ganz so opulent druckvoll und hat nicht so viel reduktive Mineralik, sondern ist etwas feiner – aber was die Aromen angeht, gehören die beiden ganz klar zur selben Familie! Saftiger, gelbfruchtiger Mundeintritt mit weißem Pfirsich, gelbem Apfel und einer intensiven weißen Pfefferwürze, die sich wie eine Textur auf die Zunge legt. Dabei ist der Wein cremig und mit einer harmonischen Säure ausgestattet. Sehr attraktiv, salzig und mit kalkhaltiger Mineralik im Mund. Hier ist richtig viel Energie am Start. Dieser wirklich sehr schicke Stoff ist schon echt genial.