2022 hatte ähnlich viele Sonnenstunden wie 2018, aber etwas mehr Regen, der allerdings nahezu vollständig erst ab September fiel, davor war es ziemlich vergleichbar trocken. Entgegen der Witterung ist es paradoxerweise aber geschmacklich ein frisches Jahr, vor allem aufgrund sehr niedriger pH-Werte. Deshalb ist die an sich analytisch moderate Säure doch recht intensiv im Wein. Durch diese niedrigen pH-Wert hat man immer eine wunderbare Trinkanimation, es ist bei weitem nicht so üppig-gelbfruchtig wie 2018 war. Ganz zarte Rauchnoten in der Nase, wahnsinnige Kühle ausstrahlend aus dieser Rauch-Feuerstein-Mischung, grüner Speck, Graphit. Der Mund ist glockenklar wie ein Gebirgsbach, auch im Kabinett zeigt sich diese prägnante Salzigkeit der Kupp, die den Nachhall bestimmt. Ein perfekter Spagat aus Trinkigkeit und Anspruch, aus Filigranität und Bumms, Kabinett-Weltklasse von der Saar. 95-97/100