Der regenreiche und dennoch warme Sommer und der perfekte Indian Summer ab Ende August bis zur Lese hat hocharomatische, offenherzige Weine hervorgebracht, die irgendwo zwischen der Fruchtpower von 2019 und 2015 liegen, aber auch Elemente von kühleren, nasseren Jahren wie 2008 und 2012 zeigt. Es ist ein Hybridjahr irgendwo zwischen kühler Frische und opulenter Frucht. Die Nase der Kupp ist sehr aromatisch, wie immer, hat zarte Noten von Mirabelle, reifer Grapefruit, viel Birne, auch warmer Sommerapfel. Die Kupp ist immer leicht exotisch, verspielt und blumig. Aber 2023 ist wirklich sehr klassisch, die ganze Filigranintät der Saar, ausgewogen, fein, tänzelnd. Einfach schick! Dazu diese extreme Salzigkeit, die auch in diesem Jahr das bestimmende Element auf der Zunge ist. Die Augen werden schmal, nicht so stramm wie 2021, aber feiner und geschmeidiger als 2022. Ich mag das sehr gerne, aber es ist eher für Understatement-Trinker, kein Blockbuster, nur Finesse.