Der hohe Anteil an Mourvèdre macht aus dem Hommage einen völlig anderen Wein als den normalen Châteauneuf. Wuchtig und schiebend in der Nase, mit dunkler Lakritze und eingekochter schwarzer und roter Johannisbeere. Unglaublich viel Druck. Ein Samtteppich voller schwarzer Heilerde und Lakritze schiebt hoch. Trotzdem ist das nicht aggressiv, sondern unendlich weich und opulent. Der Leser wird staunen, wenn ich sage »nicht fett«. Es ist ganz im Gegenteil sehr fein und filigran bei aller Opulenz. Im Mund bin ich dann total geflasht! Schwarzkirsche und Amarenakirsche nebst eingekochten Zwetschgen und eingekochten roten und schwarzen Johannisbeeren. Das Ganze spielt in totaler Pikanz umeinander her. Die Tannine sind flüssig, Samt und Seide, aber opulent. Grandios dicht und trotzdem ist der Wein nur elegant. Er zeigt keinen spröden Touch, noch nicht mal hohe Schärfe, sondern nur eine salzig-pikante, süßsaure, rotschwarze Fruchtopulenz. Alles steht für Minuten und löst sich auf in unendlicher Feinheit. Da schleicht sich ein Grinsen ins Gesicht – was ist das für eine grandiose Schönheit! Wobei ich persönlich den normalen Châteauneuf wahrscheinlich lieber trinke, weil er näher dran ist am vibrierenden Leben. Diese Hommage ist einfach nur hintersinnig und hintergründig, unendlich fein und schick. Großer Stoff, das hätte ich in 2021 so nicht erwartet! 100/100 *** Die Hommage à Jacques Perrin ist die Speciale Cuvée aus den ältesten Reben des Weingutes, wurzelecht. Er ist häufig sogar noch feiner als Beaucastel selbst. Viele nennen ihn den Kracher schlechthin, das ist er aber gar nicht. Hier auf Beaucastel versucht man nicht einen Blockbuster zu erzeugen wie etwa Pegau mit der Cuvée da Capo, hier sucht man die Feinheit in der Spitzencuvée.