Pegau ist vielleicht die traditionellste Domaine in Châteauneuf heute, zumindest bei den Roten. Die Vinifikation ist sehr oldschool. Die rote Cuvée Reservée wächst überwiegend im Norden und Nordosten der Appellation, also auf Galets Roulés und sandigen Böden mit etwas Kalkstein. Ausbau im großen, alten Fuder wie gewohnt bei Pegau. Der Rotwein enthält alle 13 Rebsorten, die häufig gemeinsam in den alten Weinbergen gepflanzt sind. Aber natürlich ist die Grenache immer taktangebend, im Fall von 2022 mit rund 80 Prozent. Es gibt niemals neues Holz bei Pegau. Der Ausbau findet in sehr alten, großen Fuderfässern statt. Auch die dunkelfruchtige, sehr würzig-kraftvolle Nase ist typisch für Pegau. In die Nase steigt Amarenakirsche, frischer Tabak, auch etwas Brombeerstrauch und immer wieder diese Wand aus würzig-süßen Kräutern. Der tiefe Garrigues-Abdruck ist die DNA von Pegau. Der 2022er wirkt unglaublich klassisch in seiner Auslegung, erinnert mich an große Jahre der 90er – vielleicht sogar an meisten an 1990 selbst. Es ist ähnlich balanciert zwischen hoher Reife und Energie am Gaumen. Sehr dicht gewirkter, unglaublich konzentrierter Fruchtkern, der von warmem Gestein und süßen Kräutern eingehüllt ist. Auch Nelkenpfeffer und etwas Kokosnuss. Sehr spicy, es ist schon ziemlich erstaunlich wie viel Terroir und Salz und mineralische Schärfe dennoch durch diese Massen an konzentrierter, fast getrockneter Frucht durchkommt. Der Wein hat eine immense Länge, schiebt richtig an, Druck und strukturelle Power ohne Ende. 2022 ist schon ein gewaltiger Dampfhammer in seiner großen Klassik.