Ein nur 0,7 Hektar großer Plot auf Lehmböden in Miraflores. Also komplett anders als die typischen Kreideterroirs der Gegend. 60 Jahre alte Reben auf 45 Metern über Meer. Der Wein hat nur 10,5 Volumenprozent Alkohol. Lehmboden gibt sofort mehr Druck. Die Nase hat viel mehr Schub als die Weine vom Kreideboden, mit Boskop und einer leichten Schaligkeit. Auch hier reife Quitte, aber weniger blumige, florale Exotik, sondern mehr süße Blüten – gelb und rot. Viel Schub, viel Wärme schon in der Nase. Schon ein klein wenig an Chardonnay erinnernd. Auch im Mund zeigt der Wein viel mehr Druck. Fast ein Powerwein! Aber keine Bitterstoffe, sondern nur reife, satte Frucht. In einer Blindverkostung erinnert das wenig an Palomino Fino, sondern eher an druckvollen Chardonnay oder Chenin Blanc mit viel Terroir, viel Salz. Wieder kommen Boskop, Mango, Pfeffer und etwas Papaya. Aber mit viel Schub. Es ist definitiv eher ein Essensbegleiter als die filigranen Meisterwerke zuvor. Und trotzdem ist die Tanninstruktur zart, der Wein ist frisch und reich. Erstaunlich, wie sehr das Terroir den Wein trotz gleicher Rebsorte verändern kann. Definitiv eher zur Burgundersorte tendierend. 94-95/100