Ich war vorgewarnt von Ferraton, weil der Patou und der Les Eygats sicherlich zwei der stärksten Weine des Jahrgangs überhaupt an der nördlichen Rhône waren. So geht es hier im Cornas Vieilles Vignes von Tardieu auch weiter. Die Reben sind sogar noch älter, der Ertrag noch geringer. Hohe Intensität, aber wie ich es auch bei Ferraton schon hatte: eine wahnsinnige Harmonie. So fein, so gut verwoben! Schwarzer Assam-Tee, Blumen, Veilchen – eine hohe Intensität an Blumigkeit. So langsam kommt schwarze Frucht dahinter, aber nicht süß. Kirsche und etwas süße Feigen, dazu Maulbeere. Intensiv-duftig, fein getragen und seidig verwoben. Verblüffend, denn er ist so ähnlich zu Ferratons Patou in dieser unendlichen Feinheit, Harmonie und Balance. Nichts Aggressives, nur einfach fein verwoben, blumig, lang und reif. Gar kein Wein zum Niederknien, sondern einfach nur eine große, intensive Harmonie in schwarzer Frucht, in ultrafeiner Syrah, die fast einen burgundischen Touch ausstrahlt. Einfach nur superb – zumindest auf dem gleichen Level des Patou von Ferraton. 99-100/100 *** Tardieus Cornas besteht aus 100 Prozent Petite Syrah. Oder Serine, wie die uralte, kleinbeerige Form der Syrah hier genannt wird. 60 bis 100 Jahre alte Reben aus der Lage Patou in Südexposition. Also ungefähr dort, wo auch Ferraton seine biodynamischen Weinberge hat. Der Wein hat 13,5 Volumenprozent Alkohol. Drei Viertel der Trauben werden vor der spontanen Gärung im Betontank nicht entrappt. Der Ausbau erfolgt für 12 Monate in Barriques, zum Teil neues Holz, zum Teil Zweitbelegungen. Dann nochmals 12 Monate im Doppelstückfass von Stockinger. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert.