Neben Gigondas und Rasteau zählt Vacqueyras und Vinsobres in 2022 zu den Topgemeinden der Südrhône – die Hochlagen brachten in diesem heißen, trockenen Jahr geniale Qualitäten. Vacqueyras und Rasteau streiten sich jedes Jahr darum, wer den anderen denn wohl schlagen mag. Manchmal ist es Vacqueyras, dieses Mal ist aber Rasteau der absolute Überflieger. Aber Vacqueyras ist nicht so weit dahinter, muss sicher aber Rasteau und Gigondas geschlagen geben. Dennoch grandios. Die Nase beginnt rotfruchtig: Süße rote Kirsche und Rosenblätter. Ein kalksteiniger Angang und eine Feinheit, wie sie nur von den 15 Prozent Mourvèdre kommen kann. Sicherlich ist sie eine der Zukunftssorten der südlichen Rhône. Der Anteil Rappen gibt zusammen mit der roten Frucht eine wunderbare Würze und lässt mich eine Zeit lang zweifeln, ob ich ihn nicht genauso hoch bewerten möchte wie den Rasteau. Tue ich am Ende nicht, weil die Harmonie und Reichhaltigkeit im Rasteau einfach noch grandioser sind. Aber dieser Vacqueyras ist schon verdammt gut gelungen. Eigentlich eine höhere Version des Côtes du Rhône Cuvée Spéciale. So viel rote Frucht, so fein! Himbeere und diese wunderbare Würzigkeit der Rappen. Ein Naturwein-Paradies… Feine Chilischärfe von den Rappen im Mund. Salzige Länge. Es fehlt ihm, um an den Rasteau und Gigondas ranzukommen, ein bisschen Volumen und Fleisch in der Mitte, er ist sehr schlank. Das macht ihn gleichzeitig deutlich feiner. Wenn der Rasteau ein Morey-Saint-Denis ist in seiner Schwärze und Reichhaltigkeit, dann ist das hier ein sehr feiner Chambolle-Musigny. Schlank, lang und delikat, mit seidigen Tanninen. Nichts Festes, Fleischiges, sondern nur filigranes Wohlgefallen. Hocherotisch und sehr schick. 97-98/100 *** Tardieus Vacqueyras kommt von vier verschiedenen Plots: Plateau de Sarrians, la Ponche, les Pendants und Cabassole. 70 Prozent Grenache, 10 Prozent Mourvèdre und 20 Prozent Syrah. Die Grenache-Reben sind über 60 Jahre alt, die Syrah und Mourvèdre über 40 Jahre. Die Trauben werden zu zwei Dritteln nicht entrappt. Das Ganze wird spontan im Barrique vergoren. Danach erfolgt der Ausbau für zehn Monate in Barriques mit Zweit- und Drittbelegung. Anschließend wird der Wein für weitere zehn Monate in Doppelstückfass von Stockinger gelegt. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die Burgunderflaschen gefüllt werden. Seit dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält