2023 ist an der Südrhône nach dem großes Jahr 2022 schon ein Phänomen. Wir gehen nicht zurück in die große Frische von 2021, aber wir erreichen auch nicht die Power und den Druck aus 2022. Ähnlich wie in Bordeaux haben wir 2023 einen extrem hohen Charmefaktor, zumindest dann, wenn wir Weine aus alten Reben haben, die ihre volle Reife erreichten und nicht von der extremen Hitzewelle getroffen wurden. Rasteau 2023: Die Nase zeigt den Charmefaktor in extremer Form. Blumig, rotfruchtig mit Kirsche, Himbeere und Erdbeere. Der Wein zaubert direkt ein Lächeln ins Gesicht, weil er so charmant-fruchtig rüberkommt. Im Mund kommt die Blumigkeit mit extremer Veilchennote noch vor Rosenblättern, dahinter Amarena und schwarze Kirsche. Erst dann kommen Himbeere und Erdbeere durch. Hohe Dichte und eine immense Länge! Ein bisschen Wacholder im Mund mit viel Druck. Das Tannin ist aber total poliert, ganz weich, ganz fein. Ein Powerwein mit einem sagenhaften Charmefaktor. Ja, ganz klar nicht dieses Ausladende von 2022, definitiv nicht die Struktur, Power und schiere Größe. Auch nicht die rasante Frische von 2021, aber das ist in Sachen Charme ja vielleicht sogar von Vorteil. Im Mund bestätigt sich der Jahrgang aufs Schönste! 2023: Ein Jahr mit viel Charme, viel Reife und großer Eleganz. Lecker bis zum Abwinken! Der Wein macht viel Freude. Jeder wird ihn mögen und trotzdem hat er Klasse. 95-96/100 *** Der Rasteau von Tardieu wächst überwiegend auf Kalksteinhängen mit blauem und gelbem Lehm im Untergrund auf über 300 Metern Höhe. Hier haben die Reben überhaupt keine Probleme mit der Trockenheit an der Südrhône. Ein erheblicher Teil der Trauben stammt von den besten Rasteau-Lagen der Domaine des Escaravailles. 70 Prozent Grenache, 15 Prozent Mourvèdre und 15 Prozent Syrah. Die Grenache-Reben sind 80 Jahre alt, die Syrah und Mourvèdre 40 Jahre. In 2023 mit 14,5 Volumenprozent Alkohol. Die Trauben werden zu einem Drittel nicht entrappt. In den heißen, mediterranen Jahren bringen die Rappen einen Frischevorteil. Die Vergärung erfolgt spontan im Barrique, danach geschieht der Ausbau für zehn Monate in ein- und zweijährigen Barriques. Anschließend für weitere zehn Monate in großen Doppelstückfässern von Stockinger. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die authentischen Burgunderflaschen gefüllt werden. Seit dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält.