Die Nase des 2023er fasziniert mich! So viel satte, reife, reiche Himbeere und Erdbeere, dazu Cranberry, rote Johannisbeere und schöne süße Kirsche, etwas Amarena. Hohe Intensität, dazu Rosenblätter und Veilchen. Was für eine schicke, florale und fruchtbetonte Nase! Im Mund nicht die Komplexität steigernd, aber den Druck. Tolle Chilischärfe auf Himbeere, Erdbeere und Cranberry. Auch etwas Granatapfelkerne. Große Länge mit feiner Salzigkeit und viel Granitstein. Ein sehr komplexer Wein! Stilistisch am ehesten an Rasteau erinnernd. Er hat eine sehr große Ähnlichkeit zum Calendal von Philippe Cambie. Man muss dazu sagen, dass die Tardieus einen Großteil ihrer Weine aus Rasteau von Escaravailles, den Partnern des leider bereits verstorbenen Philippe Cambie, beziehen. Also kommt diese Ähnlichkeit nicht von ungefähr. Das Famose ist aber, dass wir hier auf dem Qualitätslevel eines Calendal sind, aber preislich 30-40 Prozent darunter liegen. In diesem hochkomplexen Rahmen gibt es an der Rhône wenig Weine, die mit diesem Nobles Origines mithalten können. Und während ich das alles spreche, verhallt der Wein überhaupt nicht, sondern bleibt mit seiner steinigen Mineralität, der Salzigkeit und der Fruchtigkeit aus Himbeere, Erdbeere, Cranberry und Granatapfel einfach stehen und rollt immer wieder hoch mit Salz, Stein und einer famosen Blumigkeit. Eine burgundische Duftkomplexität ausstrahlend, ein bisschen Chambolle-Musigny. So wie der weiße Nobles Origines ist auch der rote einfach eine Sensation im Preis-Qualitätsverhältnis. 94-95/100 *** Das Konzept Nobles Origines, also Wein aus Toplagen zu vinifizieren, ist beim Weißwein etwas breiter definiert, weil dort auch die Nordrhône einbezogen werden kann. Im Süden bietet der Wein aufgrund der Top-Terroirs immer eines der besten Preis-Genuss-Verhältnisse überhaupt. Der 2023er hat 14,5% Alkohol. 65% Grenache, 25% Syrah, 10% Mourvedre. Rund 50 Jahre alte Reben in Lirac, Rasteau, Seguret, Cairanne, Beaumes de Venise. Nur von besten Terroirs bester und bekannter Winzer. Ein Drittel der Trauben wird nicht entrappt. Spontan vergoren und dann 10 Monate im neuen bis dreijährigem Barrique auf der Hefe verbleibend, danach 8 Monate auf der Feinhefe im großen Stockinger Fuder. Ungeschönt und unfiltriert gefüllt, 44 mm Naturkork.