Handlese aus Schiefer-Steillagen in kleine Boxen. Keine zu lange Maischegärung von etwas über zwei Wochen, dann Ausbau in zwei- bis vierjährigen Barriques für zehn Monate. Der Blauschiefer ist der Ortswein aus Dernau. Dernau ist etwas kühler, weil es etwas weiter im engeren Tal liegt. Erst hinten bei Bad-Neuenahr geht das Tal dann auf und es wird exponierter. Der Wein kommt aus terrassierten Steillagen. Das ist grade in einem heißen Jahren natürlich ein großer Vorteil. Es gibt hier nur noch rund 20 Prozent Neuholz, eben weil es so unglaublich filigran ist. Näkels fahren das Holz in diesem Wein immer mehr zurück. Entsprechend spannungsgeladen und energetisch ist der Duft von roten Beeren, Sauerkirsche, Sanddorn und Orangenschale. Auch ein bisschen Mango. Diese Exotik habe ich in 2023 recht oft gefunden, das trägt noch weiter zur hohen Spannung des Jahrgangs bei. Im Mund sehr konzentriert und versammelt, überzieht die Zunge mit feinster Pfeffrigkeit und Schieferwürze, sehr griffig, wunderbar polierte Tannine. Wahnsinnig viel Energie im Mund, salzig, pikant, straff im Antrunk. Das ist kein Schmusewein, sondern eine Terroirexpression sondergleichen. Das ist für mich sogar noch einen Ticken spannender als 2022, weil es weniger monolitisch lecker, sondern straffer und eleganter ist, dabei aber fast genauso viel Power hat. Was soll man dazu noch mehr sagen als dass es ein Ahr-Ortswein nahe der Perfektion ist, wenn man denn diese hochfeine Steillagen-Stilistik schätzt.