Weingut über:
Gorgollassa
Das Jahr 2022 wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Es war wohl das wärmste Jahr, seit ich 2004 mit dem Weinmachen begann. Während 2021 mit einem regnerischen November endete, war der darauf folgende Winter sehr niederschlagsarm. Dieser Trend setzte sich in Porreres das ganze Jahr über fort und endete erst kurz nach der Weinlese, als es in Felanitx zu starken Regenfällen kam. Der Frühling und der Sommer waren heiß, mit geringen Unterschieden bei den Tages- und Nachttemperaturen. Auch der Herbst war kein richtiger Herbst, sondern eher ein zweiter Frühling, und der nicht sehr kühle Winteranfang brachte nur vereinzelte Niederschläge. Die Weinlese war wegen der hohen Temperaturen anstrengend, die Trauben waren aber sehr gesund, da Pilzbefall und andere Krankheiten ausblieben. Insgesamt stellte die Lese eine Herausforderung dar, mit deren Ergebnis ich mehr als zufrieden bin, die mir aber für die kommenden Jahre Anlass zum Nachdenken gibt. Ausbau im 500-Liter Fass und Edelstahltank. 2⁄3 entrappt, 1⁄3 ohne Entrappen. Gärung bei 25 Grad Celsius mit autochthonen Hefen mit zweitäglicher sanfter Remontage. Malolaktische Gärung im Tank. Ein heller Wein mit Blumen- und mediterranen Waldaromen. Elegant, delikat und komplex, mit weicher Säure, seidiger Textur und sehr feinen Tanninen. 2014 veredelten wir einen Teil der Merlot-Reben auf unserem Weinberg Es Monjos, und nach vier Jahren des Experimentierens bieten wir nun erstmals unseren Gorgollassa d’es Monjos mit einem Etikett an, das in Zukunft einige Weine von verschiedenen Rebsorten mit limitierter Produktion tragen werden die nicht unbedingt jedes Jahr auf den Markt kommen. Eine zurückgewonnene Nischensorte, die nur in aussergewöhnlichen Jahren überraschende sortenreine Weine hervorbringt. Dieser Wein feierte 2019 sein Debüt, und wir wissen nicht, wann wir ihn wieder werden herstellen können. Leicht, elegant und fein. Ein subtile Fruchtexplosion. Gorgollassa ist eine kraftvolle, aber nicht sehr ertragreiche Rebe mit langen Trieben, die sich mitunter nicht sehr gut entwickelt, was dann zu geringen und sehr unregelmässigen Ernteergebnissen führt. Diese Eigenschaftten haben sicherlich dazu beigetragen, dass die Rebsorte vorübergehend in Vergessenheit geriet. 1982 wurde sie nicht einmal mehr im Weinbaukataster spanischen Nationalen Instituts für Herkunftsbezeichnungen (INDO) geführt.