Die Nase dieses Kabinetts ist so typisch Markus Molitor, so kompromisslos, rassig, steinwürzig, ohne zu viel Frucht und Süße. Im vollfruchtigen Jahr der Eleganz und Harmonie 2023, das wie eine Plus-Version von 2016 daherkommt, sind die Kabinette ziemlich beeindruckend. Weil sie neben ihrer typischen Leichtigkeit eine solche aromatische Tiefe und Power aufweisen. Der Intensität und Würze der Lage entsprechend kommt beim Würzgarten, der Nachbarlage des berüchtigten Erdener Prälat auf einem ähnlichen eisenhaltigen Rotschieferboden, eine satte, duftige und aromatische Nase aus dem Glas. Er ist viel intensiver und aromatischer als das kühlere, steinigere Kabinett aus Zeltingen. Rotbeerige und florale Elemente spielen wild durcheinander in diesem einzigartig würzigen Parfüm, so viel Pfingstrose und Himbeere. Ein grandioser Stoff zum Treibenlassen und Genießen. Hier muss man nicht lange warten und sich auch nicht den Kopf zerbrechen wie beim anspruchsvolleren Kabinett aus der Zeltinger Sonnenuhr. Der Würzgarten ist einfach nur duftig, verspielt und wunderschön. 94-95+/100