Die Auslese** sind alle im großen Holz spontan vergoren und ausgebaut, das heißt Stückfass und Moselfuder, also 1000 bis 1200 Liter. Wer weiß, was für geniale trockene GGs sowohl Fritz Haag als auch Schloss Lieser aus dieser Lage erzeugen, der geht mit der entsprechenden Erwartung an diese Auslese von Molitor. Pures Schieferverwitterungsgestein in dieser Lage. Wahnsinnig konzentrierte Nase, dazu ein sehr gut eingebundener Holztouch in 2023, der mir sehr gut gefällt. Das gibt dem Wein ein klein bisschen etwas Burgundisches. Es ist eindeutig die Brauneberger Juffer Sonnenuhr mit ihrer dunklen Würze und Wärme, aber in einer ganz eigenen Art, unique. Die Handschrift von Molitor ist sooo anders als Haag oder Lieser. In dieser hohen Schiefrigkeit, in dieser hohen Intensität, wie wir sie auch von den Gebrüdern Haag kennen, aber eben mit einem anderen Stil. Diese Auslese, die von der Nase auch eindeutig den dritten Stern verdient hätte, ist einfach so hyperkonzentriert und intensiv. Das war letztes Jahr schon so und wiederholt sich zu meinem Erstaunen. Dichter, samtiger Kern aus Grapefruit, Orangenblüte und Wachauer Marille. Eine Ruhe und Köstlichkeit wie ein Unikat von PJ Kühn, das ist schon verblüffend von der kühlen Mosel. Es ist weniger verspielt als Haag, hat dafür schon eindeutig mehr Dampf unter der Haube. Es ist ein Riese und ein ganz großer Wein mit diesem zarten Plus an Holz, das gefällt mir als Burgunder-Liebhaber sehr. 97-98+/100