Dieser Wehlener Klosterberg wächst natürlich komplett um das Weingut herum und stammt somit zu 100 Prozent aus eigener Rebfläche. Der Wein ist komplett im Holz vergoren und ausgebaut, zum Teil neues Holz. Das führt zum Glück ohne Rauch- und Vanillenoten zu einer Cremigkeit bereits in der Nase, und auch dieser Pinot Blanc verfügt damit über eine burgundische Chardonnay-Anmutung. Das strahlt schon einen Hauch Corton-Charlemagne aus, feines Holz und Kreide zeigend, aber verführerisch elegant dabei. Molitor hebt die Sorte Pinot Blanc wirklich auf ein ganz eigenes Level an der Mosel mit seinen Drei-Sterne-Abfüllungen, das ist ein gigantisches Niveau. Kommt sehr fein und elegant mit Kumquat, Mirabelle, gelber und grüner Birne, Quitte, Feuerstein. Da ist nichts üppig und schwer, alles aber dicht und sehr aromatisch. Dieser Duft ist berauschend. Man kann sich immer wieder an dieser Nase erfreuen. Das Schöne an diesen Pinot Blancs von Molitor ist eben, dass sie nicht zu sehr in diese zu cremige weiße Blütenduftigkeit gehen, sondern in die super-elegante burgundische Richtung. Also diesen Spagat schaffen zwischen Weißburgunder und Chardonnay. Dieser Wein hat einen irren Nachhall, in dem kaum Holz zu spüren ist, aber erfahrene Trinker nehmen diese Struktur, die das Holz verleiht, am Gaumen durchaus als Stütze wahr. Ein toller Wein und wirklich eine große Freude mit dieser wunderbaren Lage hier in Wehlen. Der Wein hat uns beider Probe so umgehauen, dass wir uns entschieden haben ein ganzes Barrique davon zu kaufen (es gibt insgesamt nur zwei Barriques für die Welt!). Das ist großer, großer Stoff in totaler Entspannung und Eleganz.