Die Weinbergsbearbeitung geschieht biologisch-organisch. Das Weingut vergärt ausschließlich spontan mit natürlichen Hefen. Die Weine werden sofort nach der alkoholischen Vergärung, die komplett ohne Maischestandzeit und ohne Schalenkontakt erfolgt, in Barriques überführt, in denen dann die malolaktische Gärung stattfindet. Die Village und 1er Crus werden zu einem geringen Teil im neuen Holz auf der Feinhefe ausgebaut, manchmal findet eine Batonnage statt. Les Pucelles hat eine sehr elegante, fast etwas scheue Nase. Das ist sehr typisch für Puligny. Die Weine sind in der Jugend verschlossener, karger und reduktiver. Die Domaine Marc Morey hat im Schnitt 25 bis 30 Prozent der Ernte verloren, ein klein wenig Frühjahrs-Frost und Hagelschlag im August, sowie sehr starker Mehltaubefall aufgrund der nassen Witterung über den Sommer. Vor allem Saint-Aubin und Chassagne Village waren betroffen, weil in Chasssagne am Hangauslauf einfach mehr Wasser im Boden steht und dann der Pilzdruck stark durchschlägt. In den Crus oben am Hang war der Verlust überschaubar, hier fehlen nur 10 bis 20 Prozent, da die Toplagen am Hang eine sehr gute Drainage haben. In der Basis musste dann mehr sortiert werden und es gab eben deutliche Mengeneinbußen. In Summe ist es ein klassischeres Jahr, ähnlich wie 2021 oder 2017 oder 2014, also kühler und straffer im Ausdruck, mit schöner Säurespur und feinem Terroircharakter. Die Trauben waren nach dem nassen und kühleren Sommer geradeso reif, genau am Spannungspunkt, wo es interessant wird mit ausreichend Substanz, aber dennoch feinem grünlichem Touch. Mir gefällt das sehr gut. Auch Winzerin Sabine vergleicht den Jahrgang gerne mit 2017 oder 2014. Der 2024er ist enorm in sich verwunden, zeigt leichte Anflüge von Zitrusabrieb, weißen und schwarzen Pfeffer, Feuersteinwürze. Der Mund lässt enorm viel Energie anklingen, die nur darauf wartet freigesetzt zu werden. Man spürt, dass da was brodelt, noch zeigt er nicht welche extreme Mineralkraft in ihm steckt, aber unter der reduktiven Verschlossenheit, sind alle Anlagen klar zu erkennen. Er ist athletisch gebaut, schlanker als 2023 und 2022, engmaschig geradeauslaufend, mit der feinsten, zartesten Salzigkeit aller Weine im Keller. Er ist in seiner Jugend meist abweisend, das gilt vor allem in kühleren Jahren, allerdings ist er in 2024 keineswegs scharf oder ähnliches. Im Gegenteil, die Textur ist sehr fein, aber er ist eben noch etwas geheimnisvoller bis er sich vollständig entfaltet. Das mag nach sieben bis zehn Jahren passieren, oder sogar noch etwas später, schätze ich. Also besser 10 Jahre warten oder mit ganz viel Luft und Zeit genießen, wenn die Geduld nicht reicht. Ein großer Puligny!