Bei Luigi Pira wird immer komplett entrappt. Keine Kaltmazeration, die Gärung dauert ungefähr zweieinhalb Wochen an, danach wird der Wein vier bis sechs Wochen natürlich abgesetzt im großen Stahltank. Während dieser Zeit sinken alle Schwebeteilchen auf den Boden des Tanks. Anschließend geht der klare Wein für zwei Jahre in 2.500 Liter große gebrauchte Holzfässer, also wenig Holzkontakt, nie neues Holz. Anschließend folgen noch ein paar Monate im Stahltank und ein langes Flaschenlager für mindestens ein weiteres Jahr, bevor der Wein in den Verkauf kommt. Die klassische und traditionelle Barolo-Rezeptur, so extrem sonst nur bei wenigen anderen Weingütern wie Bartolo Mascarello und bei Giacomo Conterno ausgeführt. Die mittlere Lage des Ortes Serralunga ist Luigi Piras Heimat und Aushängeschild. Die Reben des Familienweinguts stehen direkt unterhalb des Kellers, das sind die allerbesten Lagen von Serralunga. Die Böden sind stark eisen-geprägt und bringen kraftvolle Weine hervor. Das ist schon eine verrückte Situation: auf der einen Seite liegen die Weinberge von Angelo Gaja, auf der anderen Seite am Ortsausgang die Weinberge von Giacomo Conterno, und in der Mitte, im Filetstück, liegen die Weinberge von Luigi Pira. Fassmuster, der Wein wird im Dezember 2025 abgefüllt. Mittleres leuchtendes Rubinrot mit zarten Tränen am Glasrand. Eine wunderbare, offene Nase mit süßen und reifen roten Kirschen, Erdbeeren und harmonisch abgestimmter, reifer Waldbeerfrucht. Zart duftende braune Gewürze, auch etwas Vanille, schwebender, blonder Tabak, Herbstwald-Aromen, ätherische Kräuter, duftendes Heu und sogar ein kleiner Hauch erfrischende Minze. Der Duft dieses Barolo Serralunga ist schon in diesem jungen Stadium bei meiner Probe im Oktober 2025 aus dem Fass absolut verführerisch! Der Wein ist von der intensiven Jod- und Salzstein-Mineralität durchzogen und die duftigen, erdigen Noten harmonieren mit der dicht schiebenden Frucht. Im Mund hat der Wein viele klassisch strukturierte Serralunga-Tannine, aber auch hier ist die Frucht ihnen ebenbürtig. Alle Komponenten ziehen gleich stark am Seil! Im Nachhall hinterlässt der junge Wein etwas Grip auf der Zunge. Rote, getrocknete Kirsche, etwas Orangenabrieb, dezent bittere Kräuter und ein Hauch zartschmelzende Milchschokolade. Ein Wein, der perfekt für die Begleitung kräftiger Speisen bei Tisch geschaffen ist. Schon beim Einstieg in die Baroli des Weinguts haben wir hier die archetypische, einzigartig erdige und monumentale Serralunga-Nebbiolo-Aromatik. Auf die Familie Pira ist qualitativ auch in herausfordernden Jahrgängen Verlass!