Der zweite Wein von Clos Louie, der kein Zweitwein ist sondern von gesonderten Parzellen alter Reben stammt. Der Charakter dieser Cabernet ist aber so eigenständig, dass Pascal den Wein nicht in den Clos Louie geben möchte, der Clos Louie würde seine Stilistik zu stark ändern. Gelesen vom 20. Bis zum 22. September. 14,5 Volumenprozent Alkohol. Diesen Wein hat es einige Jahre aufgrund von Frost- und Hagelschäden nicht gegeben. Es gab einfach nicht genug Cabernet Sauvignon. Jetzt in 2022 ist er wieder da. Man muss sich bei diesem Wein komplett von dem Gedanken an einen Zweitwein entwöhnen. Es ist ein ganz eigenständiger Castillon aus uralten Reben. Sehr dichte Holunder-Wacholder-Lavendelnase mit satter Veilchennote darunter. Trotz 50 Prozent Cabernet Franc ist die erste Dominanz Merlot, mit wunderschöner Frucht. Erst dann kommt konzentrierte schwarze Himbeere, voller Harmonie, aber hochätherisch und duftig. Im Mund zieht sich der Holunder wieder lange durch. Das ist sehr eigenwilliger Stoff! Dazu kommt wieder diese sehr blumige Veilchen-Rosenblattnote. Guter Grip aus pinker Grapefruit, sehr fein! Die Tannine sind reichlich, aber total poliert. Ein spielerischer Finessewein mit gutem schwarzem Kern und dieser deutlichen Holundernote. Das ist schon ziemlich überwältigend! Ich bin froh, die Castillons von Clos Louie im Programm zu haben, weil sie doch so anders sind. Am ehesten weisen sie noch eine Ähnlichkeit mit Clos Puy Arnaud auf in ihrer Zartheit und Verspieltheit. *** Die Reben sind nicht so alt wie die im normalen Clos Louie, 1962 gepflanzt in Saint Genes de Castillon auf Kreide und Kalkstein mit viel weißem Lehm, 5.000 Stock per Hektar, also immerhin 60 Jahre alte Reben, 50% Merlot und 50% Cabernet Franc, kleinste Erträge. Natürlich biodynamisch. Es ist kein deklassierter Anteil Zweitwein, sondern spezielle Plots und spezielle Weinberge. Komplett entrappt, spontan vergoren im Beton, 30 Tage auf Schalen und der Gärhefe belassen. Ausbau im gebrauchten 600 Liter Holzfass. Insgesamt werden 5.000 Flaschen gefüllt.