In 2025 ist es 90% Semillon mit 5% Sauvignon Gris und 5% Muscadelle, kein Sauvignon Blanc. Vergärung in Beton und Ausbau in Barriques, rund 20 Prozent neu. Der Wein wird sehr spät gelesen, quasi als Spätlese. Und wenn man die Nase ins Glas hält, erwartet man einen süßen Wein, weil er so eine unglaublich reiche, dichte und kraftvolle Nase hat. Aber der Wein ist komplett durchgegoren auf 0 Gramm Zucker. Er enthält oft einen winzigen Touch Botrytis, der dem Ganzen einen schönen Komplexitätsturbo gibt. Eine trotz der Reichhaltigkeit sehr geschliffene Nase. Die erste Nase erinnert eher an Burgunder als an Bordeaux, sehr eleganter Holzeinsatz, feine Reduktion. Eine zarte Exotik duftet aus dem Glas, Sternfrucht, Kumquat, Bienenwachs. Der 2025er hat mehr Power und Substanz als 2024, der mehr auf der straffen, trinkigen Seite war. 2025 ist wahnsinnig konzentriert, fast etwas ölig, mit immensem Schmelz, der sich bis in den salzigen Nachhall zieht. Sehr beeindruckend und ein sehr eigenwilliger, großer Bordeaux in einem unvergleichlichen Stil. Es ist nicht die Schule von Derenoncourt oder Roland, die Frucht und Reichhaltigkeit suchen, sondern der Guffens-Ansatz, der die Reichhaltigkeit mit einer ungeahnten Spannung und Energie aus hochreifen Trauben verbindet. Das ist eben Guffens, der große Meister des Burgunds und einer der besten Weißweinwinzer der Welt. Mit seiner Handschrift ist auch trockener Barsac in einer völlig anderen Dimension unterwegs. Das ist einer der großen trockenen Weißweine des Bordelais, weil er so anders und so unique und burgundisch in seinem Ansatz ist. Eastcoast trifft Westcoast, sensationell.