Im Hambach stehen die ältesten Rieslingreben der Lassaks. Bis zu 60 Jahre alte Stöcke wurzeln hier tief im massiven Muschelkalk. Die Lage wurde niemals flurbereinigt und besteht bis heute aus zahlreichen kleinen Parzellen. Genau solche Weinberge liebt – und vor allem versteht man bei Lassak. Trübe Vergärung mit »Dreck und Speck«, langes Vollhefelager bis ins Frühjahr 2026 und praktisch kein Schwefel bis kurz vor der Füllung. Alles ist auf Herkunft, Spannung und maximale Transparenz ausgelegt. Schon die Nase zeigt sofort, dass hier ein anderer Maßstab angelegt wird. Anfangs leicht reduktiv mit Feuerstein, nassem Kalkstein und gewachster Zitronenschale. Dahinter öffnen sich grüne Birne, etwas unreife Marille und feine Kräuteranklänge von Salbei, Fenchelsaat und Anis. Die Frucht bleibt bewusst zurückhaltend. Blind würde man fast eher an einen großen, kalkgeprägten Furmint denken, als an klassischen Riesling. Alles wirkt unglaublich tief, aber gleichzeitig kühl und glasklar. Mit Luft kommen immer neue Facetten hinzu. Mal mehr Kräuter, mal mehr Stein, dann wieder diese feine Zitrusfrucht. Nichts drängt sich auf, alles wirkt vollkommen selbstverständlich. Am Gaumen dann ein regelrechter Schub aus Kalk, Salz und Zitrus. Salzzitrone, Kumquat und gerade reifer weißer Pfirsich treffen auf eine vibrierende Säureader und eine fast kreidige Mineralität. Die alten Reben liefern enorm viel Extrakt und Konzentration, doch der Wein wirkt keinen Moment schwer. Vielmehr verdichtet sich hier alles auf Spannung, Präzision und Länge. Die Frucht scheint immer wieder auf und verschwindet dann erneut hinter Kalk, Kräutern und Stein. Genau das macht den Hambach so faszinierend. 2024 verleiht dem Wein zusätzlich eine beeindruckende Transparenz. Er besitzt enorme Tiefe und Konzentration, bleibt dabei aber vollkommen fein und balanciert. Schicht um Schicht baut sich am Gaumen auf, ohne jemals an Leichtigkeit einzubüßen. Eigentlich steckt hier noch unglaublich viel Potenzial für die kommenden Jahre drin, gleichzeitig tanzt der Wein schon heute förmlich über die Zunge und wirkt nahezu unwiderstehlich. Der Nachhall scheint gar nicht enden zu wollen und hinterlässt immer wieder diese Mischung aus Kalk, Salz und hochrollender Zitrusfrucht. Atemberaubend. Ein großer Muschelkalk-Riesling und sicherlich einer der beeindruckendsten Weißweine, die derzeit in Württemberg entstehen.