Lassak: Lemberger Gutswein 2024

Lassak: Lemberger Gutswein 2024

Limitiert

Zum Winzer

Lemberger 100%
rot, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2036
saftig
fruchtbetont
pikant & würzig
Lobenberg: 94+/100
Stuart Pigott: 95/100
Deutschland, Württemberg
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Lemberger Gutswein 2024

94+
/100

Der Lemberger stammt aus einer Vielzahl kleiner Parzellen rund um Hessigheim. Ein Teil kommt aus jüngeren Anlagen im Wurmberg, ein Teil aus älteren Reben in der Steige, die nicht in den Lagenwein einfließen. Wie so oft bei Lassak steckt hinter dem vermeintlichen Gutswein deutlich mehr Aufwand, als normalerweise üblich in dieser Kategorie. Biologischer Weinbau, Handlese in kleine Kisten, spontane Vergärung mit hohem Ganztraubenanteil und eine extrem sanfte Extraktion. Hier wird nichts auf Kraft oder maximale Dichte getrimmt. Es geht ausschließlich um Finesse, Frische und Herkunft. 2024 scheint dieser Stil fast perfekt zum Jahrgang zu passen. Die niedrigen Erträge verleihen dem Wein zusätzliche Konzentration, während die kühleren Bedingungen für enorme Präzision sorgen. Schon die Nase wirkt kühl und geschliffen. Schwarzkirsche, Himbeere und Brombeere schweben über feinen Kräuternoten und einer frischen, fast grünblättrigen Würze. Dabei wirkt nichts unreif. Eher wie ein frischer Luftzug, der permanent durch den Wein zieht. Die Frucht bleibt klar und präzise, niemals üppig. Am Gaumen zeigt sich die eigentliche Stärke, die fast schwerelose Eleganz. Die Frucht gleitet über die Zunge, getragen von feiner Säure und geradezu seidigen Gerbstoffen. Nichts kratzt, nichts drückt. Alles wirkt unglaublich harmonisch und selbstverständlich. Mit jedem Schluck kommt mehr Salzigkeit zum Vorschein, dazu Kalkstein und feine Würze im Hintergrund. Diese Mischung aus Frische, Spannung und feiner Würze erinnert durchaus an die feinsten Blaufränkisch. Gleichzeitig spricht der Wein aber eine ganz eigene Sprache. Der Muschelkalk rund um Hessigheim verleiht ihm eine kreidige, salzige Mineralität, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Wein zieht. Filigran und tänzelnd in seiner Art, dabei aber mit erstaunlich viel innerer Kraft und Substanz ausgestattet. Genau dieses Spannungsfeld macht ihn so faszinierend. Bemerkenswert ist dabei die Balance aus Intensität und Leichtigkeit. Der Wein besitzt durchaus Konzentration, zeigt diese aber nie offen. Stattdessen lebt er von seinem Trinkfluss, seiner Frische und dieser fast schwerelosen Art, mit der er sich über den Gaumen bewegt. Genau darin liegt die große Stärke der Lassaks. Sie schaffen es, aus Lemberger Weine zu erzeugen, die niemals laut werden müssen. Dieser 2024er ist dafür ein Paradebeispiel. Pur, präzise und voller Charme. Ein Wein, bei dem die Flasche meist deutlich schneller leer ist als geplant.

Jahrgangsbericht

Der athletische Jahrgang 2024 begeistert in Deutschland als absolut authentisches Finessewunder. Die Weine bestechen durch kühle, nordisch-straffe Säure, die von reichlich Extrakt ummantelt wird. Das sorgt für einen animierenden, geschmeidigen Trinkfluss voller nuancierter Tiefe bei herrlich moderatem Alkohol.

Verkostungsnotiz
95
/100

Stuart Pigott über: Lemberger Gutswein

A sweet, delicate nose with cherry, white pepper, slightly spicy, very complex, needs plenty of air. Enormous depth on the palate, sweet cherry but without sweetness, very delicate and wonderfully fresh thanks also to the fine, creamy tannins. A monument to Lemberger elegance!

Mein Winzer

Lassak

Stefanie und Fabian Lassak, ein junges Ehepaar, haben 2016 ein kleines Manufaktur-Weingut in Hessigheim am Neckar gegründet. Das Herzstück ihrer Arbeit sind terrassierte Weinberge mit spannenden Muschelkalkböden.

Lemberger Gutswein 2024