Karsten Peters Interpretation der dank Koehler-Ruprechts Bernd Philippi wahrscheinlich berühmtesten Lagen der Nordpfalz. Karsten holt einen Teil dieses Weines aus den Gewannen Nil in Ostexposition und Kirchenstück auf Terra Rossa-Boden. Sein Wein wächst also nicht im südexponierten Kernstück, sondern in den etwas kühleren Randbereichen. Man riecht ins Glas und spürt sofort: Saumagen! Diese intensive, karge Kreidigkeit, die fast an Blanc de Blancs-Champagner erinnert in dieser Puristik. Alles läuft zunächst über Gestein und reife Zitrusfrucht. Es wäre aber kein Saumagen, wenn nicht auch etwas dunkles, würziges hätte. Mediterrane, ätherische Kräuter werden von feinem Rauch umspielt. Dunkles Gestein wie Graphit trifft auf zerstoßenen Kalk. Ein in der Ferne entfachtes Streichholz, dazu leicht jodige Noten. Im Mund ist das dann ein kraftvolles, mineralisches Geschoss! Viel Salz, eine straffe Säurestruktur, griffige Mineralität – alles total energetisch aufgeladen und vibrierend. Das schöne ist aber, dass dieser Wein trotz all dieser Kompromisslosigkeit seine »Pälzer« DNA nicht verliert. Wir haben hier immer noch eine schöne, druckvoll-gelbfruchtige Komponente, eine Saftigkeit aus feinem Steinobst und reife, zitrische Akzente, die den Speichelfluss anregen. Die ganz typische Saftigkeit des Saumagens mit gutem Spiel und Länge ohne Ende. Ein archetypischer Riesling aus der Pfalz, aber mit messerscharfem Terroirfokus. Das ist ganz klar Karstens bester Saumagen bisher in dieser Klarheit und Präzision. Der 21er war reduktiver und wilder, der 22er vielleicht etwas konzentrierter, jetzt haben wir hier genau den Mittelweg – wirklich toller Stoff!