Der Häder im kühlen Stetten ist eine der zukunftsträchtigen Lagen für den Klimawandel. Es ist eine kühle, nach Osten ausgerichtete Hanglage, geprägt von fruchtbarem Gipskeuper, der das Wasser sehr gut speichern kann. Hauptsächlich entrappt, teilweise auch Ganztrauben mit dabei, was dem Wein etwas mehr Würze verleiht. Nur ganz dezent extrahiert für möglichst viel Feinheit. Danach kommt der Lemberger für etwa ein Jahr ins gebrauchte Barrique. Brillante Sauerkirsche, Zwetschge und Veilchen. Schwarzer Pfeffer, auch blutige Eisennoten und ein Touch rote Bete. Das ist schon ziemlich komplex in der Nase. Am Gaumen dann mit dichter Struktur, seidiger Frucht und präsentem, aber reifem Tannin. Tolle Frische und Länge. Die Lemberger von Moritz Haidle haben eigentlich nichts mit den altbekannten Lemberger-Fruchtbomben zu tun. Sie sind in ihrer feinen, burgundischen Ausprägung vielleicht am ehesten mit denen von Aldinger vergleichbar. Wirklich feiner, eleganter Stoff. Cool-Climate-Rotwein par excellence! 94/100